Julia Klöckner kann Vatikan-Entscheidung «nicht nachvollziehen»
Kirche brauche Akzeptanz und Relevanz, so die Theologin und Ministerin
Mit «grossem Unverständnis» hat die CDU-Agrarministerin Julia Klöckner auf das Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Partnerschaften reagiert.
«Italien liegt zwar in Europa, der Vatikan scheint aber gerade in einem anderen Universum unterwegs zu sein» sagte die Theologin, die Mitglied im Zentralkomitee deutscher Katholiken ist, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
Paaren den Segen zu verweigern, nur weil sie homosexuell seien, sei «so unverständlich» und habe nichts mehr mit der Lebenswelt der Menschen zu tun. «Es geht an den Bedürfnissen schlichtweg vorbei», sagte die Bundesagrarministerin. Kirche brauche Akzeptanz und Relevanz. «Aber mit solchen Äusserungen verspielt sie diese.»
In meiner Kirchengemeinde wurden Kräuter und Pferde gesegnet.
Sie freue sich als Kirchenmitglied, dass es Menschen gebe, denen der Segen Gottes noch etwas bedeute. «Sie so vor den Kopf zu stossen – ich kann es wirklich nicht nachvollziehen. Und das macht mich traurig», sagte Klöckner.
«In meiner Kirchengemeinde wurden Kräuter und Pferde gesegnet. Schön. Dann sollten liebende und bekennende Paare, die kein Unrecht begehen, denen der Segen etwas bedeutet, davon nicht ausgeschlossen werden!» Klöckner ist Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz.
Was die Katholische Kirche noch alles segnet, zeigt die ARD-Sendung «Monitor» in dieser Grafik:
Am Montag hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass die katholische Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen (MANNSCHAFT berichtete). Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die Entscheidung hat in Deutschland Protest ausgelöst.
Eine Gruppe von mehr als 300 liberalen Seelsorgern in Österreich will das vatikanische Segnungsverbot homosexueller Partnerschaften ignorieren. «Dieses Dekret stösst viele Christinnen und Christen vor den Kopf und vernebelt und diskreditiert die befreiende Botschaft Jesu» (MANNSCHAFT berichtete)
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