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In Vietnam gilt Homosexualität nicht mehr als Krankheit

Aktivist*innen fordern nun die Ehe für alle

Foto: Unsplash

In Asien tut sich was: In Singapur ist schwuler Sex nicht länger strafbar (MANNSCHAFT berichtete). Und Vietnam betrachtet nun Homosexualität nicht mehr als Krankheit.

Homo- und Bisexuelle sowie trans Personen sollen nicht mehr als Kranke betrachtet werden, sie können auch nicht behandelt werden, hat die vietnamesische Regierung in «einem riesigen Paradigmenwechsel» bei LGBTIQ-Menschenrechten im Land angekündigt.

Das Gesundheitsministerium sagte laut einem Bericht des Guardian, Mediziner*innen sollten LGBTIQ mit Respekt behandeln und sicherstellen, dass sie nicht diskriminiert werden.

In einer Mitteilung, die Anfang dieses Monats an die Gesundheitsämter der Provinzen und Kommunen gesendet und auf der Website der Regierung veröffentlicht wurde, erklärte das Ministerium, dass LGBTIQ «ganz und gar keine Krankheit» ist. Queers könnten und müssten nicht «geheilt» oder heterosexuell gemacht werden.


Wenn LGBTIQ Unterstützung benötigten, müsse diese in Form von psychologischer Hilfe erfolgen und nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, so das Ministerium.

„‚It’s not like one day the Ministry woke up and decided it’s time to do this … It took years of effort,‘ Linh Ngo, director at ICS Center, which advocates for LGBTQ rights, told Al Jazeera.“ Good piece by @GoviSnell https://t.co/CN9xbvJALt

— Michael Tatarski (@miketatarski) August 23, 2022

Der Durchbruch folgt auf jahrelange Kampagnen von LGBTIQ-Organisationen. Im Herbst 2021 ersuchte die Kampagne «Leave with Pride» des Institute for Studies of Society, Economy, and Environment (iSEE) die Weltgesundheitsorganisation in Vietnam, zu bestätigen, dass Schwulsein keine Krankheit sei. In einem Video stellte das iSEE die Frage: Wenn Queerness eine Krankheit ist, sollten LGBTIQ-Vietnamesen dann nicht krankgeschrieben werden können?

Im April gab der Vertreter der WHO in Vietnam, Kidong Park, eine Erklärung ab, in der er bestätigte, dass jeder Versuch, die sexuelle Orientierung eines Menschen zu ändern, «einer medizinischen Grundlage entbehrt und inakzeptabel» sei.


«Wir können nicht genug betonen, wie gross diese Ankündigung ist», sagte Kyle Knight, ein leitender Forscher für Gesundheit und LGBTIQ-Rechte bei Human Rights Watch. Schliesslich habe der Mythos, dass Homosexualität behandelt werden könne, die vietnamesische Gesellschaft durchdrungen. «Obwohl sich die Einstellungen nicht über Nacht ändern werden, markiert dies einen grossen Paradigmenwechsel.» Da die medizinische Autorität die vertrauenswürdigste Quelle in Vietnam sei, werde die Auswirkung auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Queers enorm sein, so Knight.

Nun fordern LGBTIQ-Gruppen laut Tuoi Tre News, dass die Ehe in Vietnam für queere Paare geöffnet wird. In Tawain gibt es die Ehe für alle schon länger (MANNSCHAFT berichtete)

Der Debütroman von Ocean Vuong, 1988 in Vietnam geboren, gilt als literarisches Ereignis des Jahres 2019. «Auf Erden sind wir kurz grandios» erzählt von der tragischen ersten Liebe eines Einwandererkindes zu einem amerikanischen Jungen (MANNSCHAFT berichtete)


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