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In den USA identifizieren sich mehr Menschen als LGBTIQ

Bemerkenswert ist der Anstieg der queeren Bevölkerung bei jungen Erwachsenen

umfrage lgbtiq
Pride-Feierlichkeiten in Chicago. (Bild: Pexels/Gotta Be Worth It)

Gemäss der neusten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Gallup bezeichnen sich 5,6% aller US-Amerikaner*innen als LGBTIQ – so viele wie noch nie.

Rund 18 Millionen US-Amerikaner*innen – 5,6% der Gesamtbevölkerung – sieht sich als queer. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung des renommierten Meinungsforschungsinstituts Gallup. Ein Rekordwert, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Über die Hälfte von ihnen (54,6%) versteht sich als bisexuell. 24,5% gaben an, schwul zu sein, 11,7% lesbisch und 11,3% trans. Die Daten basieren auf einer Befragung, die 2020 durchgeführt wurde, und schliessen auf eine Zunahme von 24%. In der letzten Umfrage aus 2017 bezeichneten sich 4,5% der Erwachsenen als LGBTIQ.

Der Anstieg der queeren Bevölkerung ist vor allem auf die Generation Z zurückzuführen, also junge Erwachsene zwischen 18 und 23 Jahren. Von ihnen identifizieren sich 15,9% als LGBTIQ. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ältere Menschen als LGBTIQ outeten, ist im Vergleich sehr tief – unter den vor 1946 geborenen waren es nur 1,3%.


Gräben tun sich auch bei den Geschlechtern und der Parteizugehörigkeit auf. Frauen identifizieren sich eher als LGBTIQ als Männer (6,4% im Vergleich zu 4,9%), Liberale eher als Konservative (13% und 2,3%).

Gallup führte die telefonische Befragung mit einer Zufallsstichprobe von 15’000 US-Amerikaner*innen durch. Davon bezeichneten sich 86,7% als cis heterosexuell. 7,6% wollten bzw. konnten die Frage nicht beantworten – eine Zunahme von rund 5% im Vergleich zu früheren Umfragen.

«In einer Zeit, in der die Amerikaner*innen zunehmend gleiche Rechte für Schwule, Lesben und Transgender unterstützen, identifiziert sich ein wachsender Prozentsatz von ihnen als LGBTIQ», kommentierte Gallup in einem Blogbeitrag die Umfrage.


Für den Anstieg dürfte auch eine gestiegene queere Sichtbarkeit mitverantwortlich sein. Bei den US-Wahlen 2020 trat Pete Buttigieg als erster offen schwuler Präsidentschaftskandidat an, LGBTIQ-Kandidat*innen erzielten zahlreiche historische Siege, darunter Sarah McBride als erste offen trans Senatorin (MANNSCHAFT berichtete). Gestiegen ist auch die Zustimmung für die gleichgeschlechtliche Ehe, die 2015 vom obersten Gericht geöffnet wurde (MANNSCHAFT berichtete). 62% der US-Amerikaner*innen befürworten die Ehe für alle, im Vergleich zu nur 36% im Jahr 2007.

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Trotz steigender Akzeptanz tun sich vor allem LGBTIQ-Jugendliche in den USA immer noch schwer mit ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität. Wie das Trevor Projekt im Sommer 2020 kommunizerte, denken gemäss einer Umfrage 40% der LGBTIQ-Jugendlichen ernsthaft an Suizid (MANNSCHAFT berichtete).


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