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«Celebrating Diversity» – So wird Malta Pride gefeiert

Zu Besuch bei Europas Spitzenreiter in Sachen LGBTIQ-Rechte

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Malta Pride 2022 (Foto: José Kress)

Am vergangenen Wochenende wurde wieder Malta Pride in der Hauptstadt Valletta gefeiert. Eine gelungene Generalprobe für die Europride im kommenden Jahr.

Die Malta-Pride gewinnt Jahr für Jahr an Stärke: Im Jahr 2016 nahmen an der Pride in Valletta 1000 Personen teil. Eine relativ kleine Guppe, wenn man es mit den 13’000 Teilnehmer*innen vergleicht, die laut der Organisation in diesem Jahr teilgenommen haben. Am Wochenende zuvor hatte auch die zum Staat Malta gehörende Insel Gozo erstmals Pride gefeiert, es ist die zweitgrösste Insel des Maltesischen Archipels mit immerhin gut 31.000 Einwohner*innen.

Der Umzug in Valetta, der nun am 10. September stattfand, zeigte die grosse Vielfalt, die Maltas LGBTIQ-Community auszeichnet. Trotz hoher Temperaturen zeigten Queers mit Stolz ihre Farben und tanzten mit der Musik der buntgeschmückten Karren. Lady Gaga oder Queen ertönten durch grosse farbige Boxen auf den Karren, während tanzende und lachende Menschen ihre selbstgebastelten Plakate zeigten. Darauf waren Parolen wie «Celebrating Diversity», «Protect trans kids» oder «Freedom for all» zu lesen.

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Der Umzug verlief friedlich und nach Planung, ohne Zwischenereignisse, und endete am grossen Tritonbrunnen mit emotionalen Reden, musikalische Auftritte von lokalen Künstler*innen und Drag-Shows. Eine grosse Feier für Vielfallt und Liebe unter dem Motto «Live your truth». Am Abend wurden mehrere öffentliche Gebäude wie der Castille Palace mit Regenbogenfarben beleuchtet. Für diejenigen, die noch weiter feiern wollten, gab es auf der ganzen Insel verteilt diverse Afterpartys.


Und nächstes Jahr geht es weiter – mit der Europride. 2018 hatte sich Malta beworben und gegen Rotterdam und Belfast das Rennen gemacht. Vom 7. bis 17. September 2023 wird die Europride auf der ganzen Insel organisiert. Der Umzug wird wieder in Valletta stattfinden.

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Malta Pride 2022 (Foto: José Kress)

Die Organisator*innen erwarten für die Europride 2023 geschätzt 20.000 Teilnehmer*innen, nochmal mehr als die 13.000 Personen, die dieses Jahr zur Pride in Valletta kamen.

Für ein Programm ist es noch zu früh. Trotzdem konnten die Repräsentanten der Organisatoren (Allied Rainbow Communities), Mercieca und Bugeja, der MANNSCHAFT einige Details der bevorstehenden Europride 2023 verraten. Vorgesehen ist eine längere Strecke für die Europride sowie Konferenzen und Parties, auf der ganzen Insel verteilt. Eine logistische Herausforderung, die man aber mit Unterstützung der maltesischen Regierung annimmt.


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Der Abend nach der Malta Pride 2022 (Foto: José Kress)

Auch wenn der Mittelmeerstaat seit Jahren Vorreiter in Sachen LGBTIQ ist (MANNSCHAFT berichtete), haben die Organisatoren einige Punkte entdeckt, die sie an der Europride thematisieren möchten. Die Rechte nicht-binärer Menschen ist ein wichtiges Anliegen bei der Europride, um Verständnis ausserhalb, aber auch innerhalb der Community zu schaffen.

Die aktuelle sozialdemokratische Regierung vom Partit Labourista (PL) unterstützt die Anliegen der LGBTIQ-Organisationen. Schliesslich steckt auch ein wirtschaftliches Interesse für die maltesische Insel dahinter. Malta möchte sich offen und tolerant zeigen — ein Ort , an dem alle Menschen willkommen sind.

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Malta Pride 2022 (Foto: José Kress)

Auch die maltesische katholische Kirche zeigt sich laut dem Orga-Team der Europride offen für LGBTIQ-Themen, man steht in Kontakt. Das sei wichtig, denn auch Religion werde bei der Europride eine wichtige Rolle einnehmen. Einflussreiche pro-LGBTIQ-Stimmen aus unterschiedlichen religiösen Gemeinden sollen eingeladen werden. Dies soll ein Beispiel, nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt werden und ein Zeichen für Toleranz innerhalb religiösen Institutionen setzen.

Natürlich werden auch Strandparties und Bootevents nicht fehlen, auch eine queere Ausstellung im Museum ist geplant.

So klar wendet sich Maltas Erzbischof gegen homophobe Hassrede. Ein Priester hatte sich bei Facebook abfällig geäussert (MANNSCHAFT berichtete).



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