«Starkes Fundament»: Wechsel im Präsidium von Queer Officers
Nach neun Jahren an der Spitze von Queer Officers Switzerland gibt Dominik Winter das Präsidium ab. Künftig führt ein Co-Präsidium den Verein der queeren Angehörigen der Schweizer Armee. Das teilte der Verein in einer Medienmitteilung mit.
An der Generalversammlung vom 13. Februar 2026 in Zürich wurden Oberst im Generalstab Marc Roth und Oberleutnant Ruedi Trachsel einstimmig gewählt. Winter wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Neun Jahre Ausbau und Anerkennung Unter Winters Leitung wuchs der Verein von 75 auf 182 Mitglieder bei niedriger Fluktuation. Die Zusammenarbeit mit der Armee wurde intensiviert, die Queer Officers wirkten an der Diversity-Strategie «Eine Armee für alle» mit und wurden 2021 von Bundesrätin Viola Amherd als militärische Gesellschaft anerkannt.
Der abtretende Präsident betont die besondere Rolle des Vereins: «Als Halb-Externe und Direktbetroffene können wir auch schwierige Themen glaubwürdig vermitteln». Die Queer Officers übernehmen Teile der Ausbildung militärischer Kader, etwa von Armeeseelsorgenden.
Zwei Generationen, ein Ziel Marc Roth (52), Mitgründer des Vereins, arbeitet im Armeestab an der Digitalisierung der Militärverwaltung. Ruedi Trachsel (29) ist Aufklärungsoffizier bei der Artillerieabteilung 10 und zivil als Wirtschaftsingenieur tätig. Unterschiedliche Generationen und Perspektiven seien bewusst gewählt worden.
Roth formuliert die Schwerpunkte des neuen Präsidiums so: «Unser Fokus liegt klar auf der Stärkung der Diversität – und zwar auf drei Ebenen: in unserer eigenen Organisation, in der Gewinnung neuer Mitglieder und im gelebten Dienstalltag der Armee.» Viele seien zwar Mitglied, nähmen aber selten aktiv teil. «Das wollen wir ändern.»
Trachsel setzt zudem auf mehr Sichtbarkeit: «Unsere Social-Media-Kampagnen auf Instagram, Tiktok und Linkedin bauen wir gezielt aus. Wer Fragen hat, wer unsicher ist, wer sich diskriminiert fühlt, soll uns finden und ansprechen können.»
Vermittlerin zwischen Community und Armee Die Queer Officers verstehen sich nicht nur als Netzwerk, sondern auch als politische Stimme. Sie beraten bei Diskriminierung, unterstützen Kader bei Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität und begleiten Jugendliche vor der Rekrutenschule.
«Wir bauen Vorurteile in beide Richtungen ab», sagt Roth. «Nicht alle Queers vertrauen der Armee. Aber jeder, der Dienst leisten will, soll auch können – ohne sich verstecken zu müssen.»
Mit dem Rücktritt von Korpskommandant Thomas Süssli als Chef der Armee endet für den Verein eine unterstützende Phase. «Diversität ist für mich Kampfkraft», hatte Süssli noch im November 2025 betont. Die Queer Officers kündigen an, auch mit seinem Nachfolger den Dialog «auf Augenhöhe» weiterführen zu wollen.
Zum 20-jährigen Bestehen organisierte der Verein im November 2025 erstmals eine eigene Diversity-Konferenz. Mehr als 60 Personen nahmen teil. Für das neue Co-Präsidium ist klar: Das Fundament steht, nun soll die Diversität im Verein, in der Truppe und im Alltag weiter gestärkt werden.
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