Neue Doku zum Ehe-für-alle-Jubiläum in Taiwan
Unterwegs mit drei LGBTIQ-Paaren aus drei verschiedenen Generationen
Seit einem Jahr können in Taiwan gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Der neue Dokumentarfilm «Taiwan Equals Love» zeigt jedoch, dass das neue Gesetz immer noch einige Paare aussen vor lässt.
Am 17. Mai 2019, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie IDAHOBIT, führte Taiwan als erstes Land Asiens die Ehe für alle ein (MANNSCHAFT berichtete). Eine Woche später konnten sich gleichgeschlechtliche Paare für die Eheschliessung anmelden.
Im letzten Jahr sind über 3500 LGBTIQ-Paare den Bund fürs Leben eingegangen. Gemäss neusten Umfragen haben sich die Befürchtungen der Gegner*innen nicht bewahrheitet: Knapp 93% der befragten Taiwanes*innen gaben an, dass sich die Gesellschaft seit der Öffnung der Ehe nicht verändert habe.
Die Ehe gilt in Taiwan jedoch immer noch nicht für alle. Von einer Eheschliessung ausgeschlossen sind binationale LGBTIQ-Paare, bei denen ein Partner oder eine Partnerin aus einem Land stammt, das die Ehe für alle nicht anerkennt. Für ausländische Staatsangehörige bietet die Eheöffnung folglich immer noch keine Lösung, um in Taiwan eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
A-Gu aus Macau und Hsinchi aus Taiwan sind eines dieser betroffenen Paare, das sich mit Herausforderungen bei der Jobsuche und bei der Aufenthaltsbewilligung herumschlagen muss. Der neue Dokumentarfilm «Taiwan Equals Love» hat drei LGBTIQ-Paare aus drei verschiedenen Generationen von 2016 bis zur Eheöffnung 2019 begleitet.
Der Film dokumentiert ihre Hochs und Tiefs im Kampf um Anerkennung. Mindy ist die neue Partnerin von Jovi und möchte auch als rechtlicher Elternteil für deren Tochter Miao-Miao anerkannt werden. Tien-Ming und Ho-Hsiang sind seit 37 Jahren ein Paar und sorgen sich nun um ihre Gesundheit. Tien-Ming hatte einen leichten Schlaganfall, Ho-Hsiang erhielt vor Kurzem die Diagnose Parkinson. Die Männer wollen ihre Beziehung nun rechtlich absichern.
GagaOOLala veröffentlichte «Taiwan Equals Love» am 22. Mai im Originalton Mandarin mit englischen Untertiteln. Der LGBTIQ-Streamingdienst war Teil der «Marriage Equality Coalition Taiwan» – die zentrale Organisation, die in den letzten Jahren für die Eheöffnung lobbyiert hatte.
«Ich wusste schon bei der Gründung der Koalition, dass unser Weg – egal, wohin dieser führen würde – ein Meilenstein in der taiwanesischen Bürgerrechtsbewegung sein würde und der globalen LGBTIQ-Bewegung einen Aufschwung verleihen wird», sagt Jay Lin, CEO von GagaOOLala, in einer Medienmitteilung. Er weist darauf hin, dass knapp 70% der Stimmberechtigen sich 2018 in einem Referendum gegen die Ehe für alle ausgesprochen hatte (MANNSCHAFT berichtete). «Der Film ist ein Beweis dafür, dass man selbst in hoffnungslosen Zeiten weiterkämpfen muss. Auf die Gefahr hin, wie ein Klischee zu klingen, möchte ich sagen: Ja, die Liebe siegt wirklich!»
GagaOOLala aus Taiwan ist seit Mai auch im deutschsprachigen Raum verfügbar. Zu sehen gibt es Produktionen aus der ganzen Welt, vorerst noch mit englischen Untertiteln (MANNSCHAFT berichtete).
Das könnte dich auch interessieren
Berlin
Fans wollen Anna R. bei «Romeo & Julia»-Musical gedenken
Ein Fanclub organisiert nun ein gemeinsames Zusammenkommen im Theater des Westens – bei einem Musical mit Musik von Rosenstolz.
Von Newsdesk Staff
Kultur
Deutschland
Musik
People
Was machen eigentlich ... Ulrike Folkerts, Till Lindemann und Nathan Lane?
Queere People News: Nathan Lane will wegen Trump nach Irland auswandern und Viktoria Schnaderbeck wird Botschafterin
Von Newsdesk Staff
Unterhaltung
Lesbisch
Mode
TIN
Was machen eigentlich ... ?
Schweiz
Frauen-EM und Eurovision: Die Fokusthemen von Pink Apple in Zürich
Das Filmfestival beleuchtet die queere Fankultur im Frauenfussball und die Faszination ESC. Weitere Fokusthemen sind Sexarbeit und Nicht-Binarität.
Von Newsdesk Staff
Lesbisch
Kultur
Film
Schwul
TIN
USA
Bekommt Trumps schwuler Buddy Richard Grenell UN-Botschafterposten?
Während seiner Zeit in Berlin machte sich Richard Grenell als US-Botschafter wenig Freunde (Jens Spahn offenbar abgesehen).
Von Newsdesk/©DPA
News
International
Kultur