Liebe, Hoffnung und Aktivismus: Kult-Musical «Rent» in St. Gallen
Die gefeierte Produktion leistete in den 1990-Jahren einen Beitrag zur Aufklärung und Entstigmatisierung von HIV
Mit «Rent» kommt ein Klassiker auf die Bühne des Theater St. Gallen. Das New Yorker Rock-Musical ist ab sofort bis 8. Juni zu sehen.
Das Theater St. Gallen präsentiert das kultige Musical «Rent», eine moderne Adaption von Puccinis Oper «La bohème». Die Geschichte dreht sich um eine Gruppe junger, leidenschaftlicher Künstler*innen, deren Leben von der Suche nach Liebe, Akzeptanz und dem Streben nach künstlerischem Erfolg sowie dem Kampf gegen HIV geprägt ist.
«Rent», das 1996 uraufgeführt wurde, basiert auf den persönlichen Erfahrungen des Komponisten und Textdichters Jonathan Larson, der nur einen Tag vor der Premiere verstarb. Larson gehörte zu einem Freundeskreis, der mit der damals neuen und tödlichen HIV-Erkrankung konfrontiert war.
Die Handlung erstreckt sich über drei Liebesgeschichten und zeigt das ambivalente Lebensgefühl der New Yorker Bohème in den 1990er-Jahren zwischen Glück und Verzweiflung. Roger, der seine HIV-positive Freundin durch Selbstmord verloren hat, trifft auf die drogensüchtige Mimi, während Mark, der seine Freundin an eine andere verloren hat, sich mit Maureens bisexueller Neigung auseinandersetzt – ein autobiografisches Element aus Larsons Leben. Tom wiederum ist frisch verliebt in Angel, der ebenfalls mit HIV kämpft.
Die Inszenierung von Matthew Wild, einem renommierten südafrikanischen Regisseur, verspricht eine mitreissende Darbietung. Mit einem vielfältigen Cast setzt er ein Zeichen für Diversität und Inklusion auf der Bühne.
Musicaldirigent Christoph Bönecker, bereits bekannt durch seine Leitung bei «Lady Bess» und «Wüstenblume», lenkt das musikalische Spektrum des Rock-Musicals. Stark von der Musik Steven Sondheims beeinflusst, wechselt die deutschsprachige Inszenierung gekonnt zwischen Soul, Rock, Softrock, Latin Sound und Tango.
Besonders relevant ist «Rent» für die queere Community, da es nicht nur die Herausforderungen und Träume der LGBTIQ-Gemeinschaft in den 1990er-Jahren widerspiegelt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Entstigmatisierung von HIV leistet.
Das Musical ermutigt zur Offenheit, Akzeptanz und Solidarität in einer Zeit, in der die Krankheit noch stark tabuisiert war.
«Rent» am Theater St. Gallen verspricht somit nicht nur ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis, sondern auch eine bewegende Reise durch die Höhen und Tiefen von Liebe, Freundschaft und Aktivismus.
«Rent» im Konzert und Theater St. Gallen:
- In deutscher Sprache
- Dauer: 3 Stunden (inklusive Pause nach ca. 1 Stunde 20 Minuten)
- Tickets: CHF 50-145
- Weitere Informationen
Das könnte dich auch interessieren
Ungarn
«Budapest ist nach wie vor eine vielfältige und lebendige Stadt»
Seit über 30 Jahren findet in Budapest das Sziget-Festival statt. Fester Bestandteil: das Magic-Mirror-Zelt. Hier werden offen queere Themen verhandelt. Gäste des Festivals dürfen den gleichen Respekt und den gleichen Schutz erwarten wie bisher, sagt der Programm-Macher
Von Kriss Rudolph
Musik
Kultur
People
Was machen eigentlich ... Maren Kroymann, Elton John und Ulrike Folkerts?
Queere People News: Nathan Lane will wegen Trump nach Irland auswandern, Viktoria Schnaderbeck wird Botschafterin und Ulrike Folkerts Gastprofessorin.
Von Newsdesk Staff
Unterhaltung
Lesbisch
Mode
TIN
Was machen eigentlich ... ?
Musik
Lady Gaga auf Tournee: Wo die Tickets am günstigsten sind
An diesem Donnerstag (3. April) dürfen Little Monsters nicht gestört werden – dann startet der Ticketverkauf für Lady Gagas «The Mayhem Ball»-Tour. Doch je nach Stadt kostet der Spass unterschiedlich viel.
Von Greg Zwygart
Unterhaltung
Bühne
Musik
Das sind die attraktivsten Städte Europas für Konzerte
Konzerttickets sind so teuer wie noch nie. Berlin und Budapest sind die günstigsten Städte, was Kulturangebote angeht.
Von Newsdesk Staff
Unterhaltung
Bühne
Reisen