Eine Nacht mit ... Ncuti Gatwa

Was der «Sex Education»-Star schon alles gedreht hat

Ncuti Gatwa als «Dr. Who»
Ncuti Gatwa (Bild: Disney+)

Ncuti Gatwa zählt mittlerweile nicht mehr zu den Newcomern auf der Leinwand und in den Serienuniversen, sondern schon zu den Stars.

Anfang der 90er Jahre vor dem Völkermord aus Ruanda geflohen, kam Ncuti Gatwa als Geflüchteter nach Edinburgh in Schottland und wuchs dort auf. In Glasgow studierte er am Royal Conservatory Schauspiel. In der Zeit arbeitete er aber auch in verschiedenen Queer Bars und als Go-Go-Tänzer.

Er spielte sich von Theater zu Theater und wurde immer erfolgreicher. Als er dann in einem Casting für eine Netflix-Serie mitmachte, begann sein Durchbruch …

«Sex Education» In dieser Serie schaffte Ncuti es in die Wohnzimmer von Millionen Menschen. Otis, gespielt von Asa Butterfield, macht als Schüler eine eigene Sextherapiepraxis auf und hilft seinen Freunden bei deren Problemen. Ncuti spielt Eric, den besten Freund von Otis, einem schwarzen schwulen Teenager. Seine Rolle steht für die Konflikte von queerer Identität, kultureller Herkunft und Religion. Denn seine Figur ist sehr religiös konservativ aufgewachsen, dabei mag er Mode, alles Glitzernde, Laute und Bunte. Über seinen Freund Otis schafft er es nun dort hinaus und hilft dabei auch den gemeinsamen Freunden, denen es ähnlich geht.

Für Ncuti gab es in dieser Rolle natürlich die ein oder andere Referenz zu seinem persönlichen Leben. Auch er stammt aus einem Land, das weitaus konservativer ist, als das städtische Grossbritannien. Doch anders als bei seiner Serienfigur waren es Ncutis Eltern, die ihn aus dem lebensgefährlichen Ruanda der 90er Jahre herausgebracht und gerettet haben.

Für Ncuti war diese Serie ein grosser Erfolg und er erhielt dafür auch einen MTV Award: für den schönsten Kuss. gemeinsam mit Connor Swindells.

Zu sehen bei: Netflix

«Doctor Who» Von 2023 bis 2025 war Ncuti die 15 Inkarnation des Doctor Who, der britischen Dauerserie, die dort seit 1963 läuft. Der «Doctor» ist ein Zeitreisender, der zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten auftaucht und mal die Erste vor Aliens rettet, oder im Alten Rom nach dem Rechten sieht. Ncuti war der erste schwarze Darsteller dieser Rolle (MANNSCHAFT berichtete).

In dem TV-Film «Ein Abenteuer in Raum und Zeit», in dem die Vorgeschichte von Doctor Who erzählt wird, ist dort eigentlich noch der damalige Darsteller, der 11. Doctor Who, Matt Smith zu sehen. Doch die BBC entschied sich, den Film 2023 noch einmal auszustrahlen. Alle Szenen, in denen Matt Smith zu sehen war, wurden mit Ncuti ersetzt. Danach übernahm er für zwei Jahre die Serienfigur der Rolle.

Man fragt sich, wie man bei einer Serie, die seit Ewigkeiten läuft, noch immer Neuerungen und Spannung hineinbringen kann. Doch hier ist es, allein durch die Auswahl des Hauptdarstellers, gelungen.

Zu sehen bei: Prime, Disney+, AppleTV

«Barbie» Auch in einem der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre tauchte Ncuti auf, wenn auch nur kurz und in einer Version einer der Hauptfiguren. Ncuti spielt, neben dem eigentlichen Hauptdarsteller Ryan Gosling, die Rolle des Ken, wie auch Kingsley Ben-Adir und Scott Evans.

Barbie und Ken leben in ihrer sorgenlosen rosa Welt und gehen eines Tage in die richtige Welt hinüber. Dabei sind sie schockiert, was dort für Regeln gelten und sie müssen feststellen wie wenig rosarot es dort – in unserer Realität – doch zugeht.

Dieser eigentlich nur sehr kurze Auftritt machte sein Gesicht jedoch bei mehr Menschen bekannt, als manch anderer Film, in dem er auftrat. Ncuti schaffte es, den Ken vielleicht so lebensecht queer zu spielen wie es ein Ryan Gosling nie hinbekommen hätte.

Zu sehen bei: Prime, Netflix, RTL+, Sky, AppleTV, MagentaTV

«Eine Handvoll Worte» Die Journalistin Ellie Haworth findet eine Reihe an Briefen und versucht herauszufinden, welche Liebesgeschichte sich dahinter verbirgt. Sie liest von einer jungen Frau, die mit einem Industriellen unglücklich verheiratet ist und sich in Affären flüchtet. Die ganze Geschichte basiert auf einem Roman der Bestsellerautorin Jojo Moyes und Netflix wollte sich daran unbedingt die Rechte sichern und verfilmte es. Es ist eine verworrene Liebesgeschichte auf mehreren Ebenen, die aber dennoch einige unerwartete Wendungen bereithält und auch für Menschen, die nicht so sehr Jojo Moyes-Fans sind, interessant ist.

Die Hauptdarsteller in diesem Film sind Joe Alwyn und Felicity Jones. Ncuti hat hier nur eine kleine Rolle. Er spielt den Arbeitskollegen von Ellie, mit dem sie sich bespricht wenn es um die Briefe geht. Sein Auftritt ist also keine riesige Rolle, dennoch gilt: klein, aber fein!

Zu sehen bei: Netflix

«Die Rosenschlacht» Ein Bilderbuchleben eines Bilderbuchpaares. Benedict Cumberbatch (Theo) und Olivia Colman (Ivy) spielen zwei Eheleute, und das allein verspricht schon hochkarätig zu werden. Denn wie so oft ist nicht alles Gold was glänzt, und sobald irgendwo Risse kommen, bricht alles in sich zusammen. So auch hier. Die Karriere von Theo endet abrupt und Ivy hat plötzlich so richtig Erfolg. Beide können damit nicht umgehen. Es macht Spass, die beiden zu sehen, wie sie aufeinander losgehen, natürlich immer unterhaltsam, wie man es von Cumberbatch und Colman kennt.

Ncuti spielt den Restaurantmanager von Ivys Unternehmen. Er macht die ganze Arbeit, während sie die Chefin ist. Und er bekommt auch alles mit, was sie an Launen und Stimmungen von zu Hause mitbringt. Auch hier ist es zwar keine Hauptrolle, doch auch ein Restaurantmanager kann man so spielen, dass er am Ende im Gedächtnis bleibt.

Zu sehen bei: Prime, Disney+, Sky, AppleTV, MagentaTV

Elliot Page arbeitet an der Ver­filmung von «The Darkness Outside Us». Der SciFi-Bestseller von Eliot Schrefer wurde von Pageboy Productions optioniert (MANNSCHAFT berichtete).

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