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Wirbel um Umfrage: Übertreibt Stuttgart die Toleranz für LGBTIQ?

Anlass ist die aktuelle Bürger*innen-Umfrage

Foto: Pixabay & Screenshot

Übertreibt Stuttgart die Toleranz gegenüber LGBTIQ? Die von den Grünen initiierte Frage sorgt für Ärger. Der Fraktionschef räumt Fehler ein, die Sprecher*innen des Arbeitskreises QueerGrün treten zurück.

„Übertreiben es in Stuttgart Ihrer Meinung nach viele mit ihrer Toleranz gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen?» Diese Frage ist Teil der aktuellen Bürger*innen-Umfrage der Stadt Stuttgart. Sie wird 9000 repräsentativ ausgewählten Bürger*innen gestellt – und sorgt für viel Ärger und Kritik.

Nicht zuletzt weil die Frage auf Anregung der Grünen Gemeinderatsfraktion in die Umfrage kam. Aus Protest sind die Sprecher*innen des Arbeitskreises QueerGrün im Kreisverband Stuttgart zurückgetreten, Philipp Lang und Bettina Schreck.


Wie Radio Dreyeckland vom Vorsitzenden der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN, Andreas G. Winter, erfuhr, habe man ursprünglich erfahren wollen, ob die Stadt genug für LBGTIQ mache – entsprechend hätten sie auch Fragen formuliert. Demgegenüber hätten aber Statistiker*innen eingewendet, dass sich ihre Formulierung an Miglieder der LGBTIQ Community wende. Die Frage sollte so formuliert sein, dass jeder antworten könne und damit man auch Antworten bekomme, solle sie auch etwas provozierendes haben.

Die Frage sei schliesslich von Statistikern und Leuten aus der Verwaltung formuliert worden. Die Frage wurde auch dem Ausschuss vorgelegt und diskutiert. Nun sei ihm klar geworden, dass sie auch «missverständlich» sein könne. Die Intention sei aber eine andere gewesen.

Der Linke-Stadtrat Christoph Ozasek hatte am Wochenende bei Facebook über die Umfrage berichtet und seine Empörung erklärt: «Ich habe empirische Sozialforschung studiert, mich im Beirat für den Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte der Landesregierung engagiert, auf meine Initiative hin ist die erste qualitative Studie zu Diskriminierung und Gewalterfahrung von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg durch die FamilienforschungBW zustande gekommen, und ich muss sagen: diese Fragestellung schockiert mich.»


Natürlich müsse man gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ermitteln. Dann aber methodisch richtig und politisch korrekt, so Ozasek.


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