US-Gericht gegen Verbot von Konversionstherapien
Das Verbot widerspreche dem Recht auf freie Meinungsäusserung
Konversionstherapien an Minderjährigen sind in Florida weiterhin erlaubt. Das Gericht erklärt das Verbot in zwei Bezirken für unzulässig, es würde der amerikanischen Verfassung widersprechen.
Eigentlich hätten Boca Raton und der Palm Beach County Konversionstherapien an Minderjährigen verbieten wollen. Zwei Therapeuten klagten jedoch dagegen, da dieses Gesetz dem ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung widersprechen würde.
Die Klient*innen hätten religiöse Bedenken bezüglich ihrer Homosexualität, argumentierten die beiden. Ihnen deshalb eine Konversionstherapie anzubieten, sei freie Meinungsäusserung. Das 11. Bezirksgericht im Süden Floridas gibt ihnen nun recht.
Bis auf weiteres ist es lizenzierten Therapeut*innen erlaubt, die Programme bei Minderjährigen anzuwenden. Sie seien zwar «im höchsten Masse kontrovers», merkte das Gericht laut Bloomberg Law an, aber «der erste Zusatzartikel habe keine Aussparung für kontroverse Aussagen.»
Konversionstherapien sollen homosexuelle und trans Menschen «heilen», versprechen manche Anbieter*innen. Andere versuchen den Patient*innen zu helfen, enthaltsam zu leben, da sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partner*innen eine Sünde sei.
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Die Angebote reichen von Gesprächen mit Priestern oder Therapeut*innen, die an eine psychologische Therapie erinnern, bis hin zu Camps, die beispielsweise Aktivitäten anbieten, die als besonders männlich gelten, wie Fischen, Jagen und Kampfsport.
Berichte von Betroffenen zeigen auf, dass solche Programme schädlich sind. In zahlreichen Dokumentationen und zuletzt auch auf TikTok (MANNSCHAFT berichtete) erzählen sie von ihren teils tragischen Erlebnissen. Ein UNO-Experte vergleicht erzwungene Konversionstherapien gar mit Foltermethoden und fordert ein weltweites Verbot (MANNSCHAFT berichtete).
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