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UEFA begrüsst Regenbogen-Werbung von Sponsor*innen

Derweil hat der schwule frühere DDR-Jugendnationalspieler Urban der Union Scheinheiligkeit vorgeworfen

Regenbogen
Georginio Wijnaldum aus den Niederlanden rückt sich die regenbogenfarbene Kapitänsbinde zurecht (Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Europäische Fussball-Union UEFA hat die Regenbogen-Werbung einiger Partner*innen während der EM-Spiele am Samstag begrüsst. Die Entscheidung dazu stünde jedem Sponsor frei.

Jene, «eine Botschaft der Toleranz und Gleichstellung zu übermitteln», werde absolut unterstützt, teilte die UEFA mit. Während der Achtelfinalspiele in Amsterdam und London waren einige Werbebanden und Schriftzüge bunt gefärbt – wohl insbesondere angesichts der «Pride Week», die am Samstag unter anderem in Berlin mit dem alljährlichen Christopher Street Day gefeiert wurde.

Die Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt waren in der vergangenen Wochen ein riesiges EM-Thema gewesen, weil die UEFA untersagt hatte, dass die Münchner-Arena zum deutschen Spiel gegen Ungarn bunt strahlt. Vorausgegangen war ein Antrag der Stadt München, der auch auf den Protest gegen ein in Ungarn erlassenes Gesetz zielte, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf LGBTIQ einschränkt (MANNSCHAFT berichtete).

«Wir glauben fest an gleiche Rechte für alle, dazu gehört auch die Unterstützung der LGBTIQ-Community», schrieb die UEFA nun zu den Sponsoren-Aktionen und verwies auf die eigene «Equal Game»-Kampagne. Das Verbot in München hatte der Dachverband mit dem politischen Hintergrund des Antrags begründet. Die UEFA war wegen der Entscheidung massiv in die Kritik geraten.


Derweil hat der schwule frühere DDR-Jugendnationalspieler Marcus Urban der UEFA Scheinheiligkeit in der Regenbogen-Debatte vorgeworfen. Der 50 Jahre alte Geschäftsführer des «Vereins für Vielfalt in Sport und Gesellschaft» und Sprecher der Interessenvertretung «Gay Players Unite» kritisierte in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung das Verbot des europäischen Fussball-Dachverbands, das Münchner Stadion beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen (MANNSCHAFT berichtete).

Dass die UEFA den Antrag aus München ablehnt und zugleich ihr Logo in Regenbogenfarben taucht, ist für mich an Scheinheiligkeit kaum zu übertreffen.

Die Reaktion der UEFA habe ihn «erschrocken». Er sei traurig, «weil ich insgeheim gehofft hatte, dass wir als Gesellschaft schon viel weiter sind», sagte er. «Dass die UEFA den Antrag aus München ablehnt und zugleich am Spieltag Deutschland gegen Ungarn ihr Logo auf dem eigenen Twitter-Kanal in Regenbogenfarben taucht, ist für mich an Scheinheiligkeit kaum zu übertreffen. Ich persönlich empfinde so etwas als beschämend.»

Urban ist Autor der Biografie «Versteckspieler», die von Homophobie im Fussball handelt.



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