«Polizeiruf 110»: Der Rock bleibt
Ermittler Adam Raczek verabschiedet sich
Um als Krimi attraktiv zu bleiben, sollte sich der «Polizeiruf 110» nach Ansicht der zwei TV-Kommissare aus Brandenburg auch mal von der klassischen Erzählweise wegbewegen.
Traditionell gibt es in den Episoden ein Opfer, Verdächtige und zwei Ermittelnde. «Warum muss der Krimi immer mit einer Leiche beginnen? Warum den ‹Polizeiruf› nicht mal aus der Sicht einer verdächtigen Person drehen? Warum bleibt ein Kriminalfall nicht auch mal ungelöst?», fragt sich Schauspieler André Kaczmarczyk.
Seit zwei Episoden spielt er die Rolle des Kommissars Vincent Ross an der deutsch-polnischen Grenze. «Wenn man diese Traditionen nicht sprengt, brauchen wir uns nicht wundern, dass diese Formate einer gewissen Gleichförmigkeit unterliegen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Sein Kollege, Schauspieler Lucas Gregorowicz, ermittelt als Adam Raczek an diesem Sonntag (20.15, Das Erste) in der Folge «Abgrund» ein letztes Mal und verlässt nach zwölf Jahren den RBB-Polizeiruf. Zu seinem Abschied sagte der Schauspieler, er sei traurig darüber, dass es aufhöre, bevor es richtig losgegangen sei. «Wir hatten das Gefühl, in dieser Paarung steckte das Potenzial für viel mehr Filme.» Die Zusammenarbeit sei von grossem Respekt und Zuneigung geprägt gewesen, «den anderen auch so sein zu lassen in seiner Art», sagt Kaczmarczyk.
Seinen Weggang vom «Polizeiruf» sieht Gregorowicz als notwendige Konsequenz. «Die Kluft ist zu gross geworden zwischen dem gefühlten Potenzial und dem, was in den Krimistrukturen möglich ist», sagte er. Die Figuren in den Krimis dienten oft als «Staffage», um einen Fall zu transportieren. «Ich glaube, dass es möglich ist, nah an den Figuren zu bleiben und trotzdem einen guten Krimi zu erzählen.»
Ermittler Ross war erst Anfang des Jahres eingeführt worden. Als neuer queerer Kollege, der auch mal Rock trägt, gedacht als Gegenpart zum «typischen Bullen». Gregorowicz sagte über die Arbeit mit seinem neuen Kollegen: «In André bin ich verliebt.»
Spektakulär: «Tatort» aus Berlin mit dreifacher schwuler Liebesgeschichte! Mit «Das Opfer» sendet der RBB eine «mutige» Botschaft von Diversität in die Republik (MANNSCHAFT berichtete)
Das könnte dich auch interessieren
Berlin
Fans wollen Anna R. bei «Romeo & Julia»-Musical gedenken
Ein Fanclub organisiert nun ein gemeinsames Zusammenkommen im Theater des Westens – bei einem Musical mit Musik von Rosenstolz.
Von Newsdesk Staff
Kultur
Deutschland
Musik
People
Was machen eigentlich ... Ulrike Folkerts, Till Lindemann und Nathan Lane?
Queere People News: Nathan Lane will wegen Trump nach Irland auswandern und Viktoria Schnaderbeck wird Botschafterin
Von Newsdesk Staff
Unterhaltung
Lesbisch
Mode
TIN
Was machen eigentlich ... ?
Schweiz
Frauen-EM und Eurovision: Die Fokusthemen von Pink Apple in Zürich
Das Filmfestival beleuchtet die queere Fankultur im Frauenfussball und die Faszination ESC. Weitere Fokusthemen sind Sexarbeit und Nicht-Binarität.
Von Newsdesk Staff
Lesbisch
Kultur
Film
Schwul
TIN
USA
Bekommt Trumps schwuler Buddy Richard Grenell UN-Botschafterposten?
Während seiner Zeit in Berlin machte sich Richard Grenell als US-Botschafter wenig Freunde (Jens Spahn offenbar abgesehen).
Von Newsdesk/©DPA
News
International
Kultur