Sebastian Vettel: «Vom Kämpfer für LGBTIQ-Rechte bis zum Kriegskritiker»
Internationale Pressestimmen zum Rücktritt
Einer der erfolgreichsten Rennfahrer der Formel-Geschichte beendet seine Karriere. Der viermalige Formel-1-Weltmeister ist ein lautstarker Kämpfer für LGBTIQ-Rechte und hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, dass trotz aller Homophobievorwürfe bezüglich Rennsportfans ein schwuler Formel-1-Fahrer willkommen wäre. Er plädierte für null Toleranz gegenüber Diskriminierung und Ausgrenzung (MANNSCHAFT berichtete).
Vettel forderte, dass Personen, die andere sexistisch, rassistisch oder homophob beleidigten, auf Lebenszeit von Rennveranstaltungen ausgeschlossen werden sollten. Jetzt, nach der Ankündigung seines Karriereendes nach dieser Saison, kommentieren viele internationale Zeitungen seine Leistung. Wir haben einige wichtigste Stimmen zusammengefasst.
Grossbritannien Der Independent schreibt: «Vom Klimaaktivisten und Kämpfer für LGBTIQ-Rechte bis hin zum Müllsammler und Kriegskritiker – Sebastian Vettel sieht sich seit langem als mehr als nur ein Rennfahrer. Die jetzige unvermeidliche Ankündigung, dass der jüngste F1-Weltmeister der Geschichte am Ende dieser Saison in den Ruhestand treten wird, hat jedoch viele schockiert. (…) Nach einem 300. und letzten Grand Prix in Abu Dhabi im November – eine passende Zahl zum Abschluss – könnten die weitreichenden Interessen und Leidenschaften des Deutschen ihn offen gesagt überall hinführen. Boxengasse, Politik, Aktivismus, Philanthropie, Medien – was auch immer. Vettel liegt die Welt zu Füssen und es gibt – um den Mann selbst zu zitieren – noch ein Rennen zu gewinnen. Nur die Zeit wird zeigen, was dieses Rennen sein wird.»
Die Daily Mail meint: «Wo also steht er im Pantheon? Angesichts des Versagens, während fünf Jahren bei Ferrari keinen Titel zu gewinnen, sowie sich einschleichende Fehler bedeuten, dass er zwar die Aufnahme in eine Liste der 20 besten Fahrer des Sports rechtfertigen würde, aber meine Top 10 nicht ernsthaft bedrohen würde. Er ist vermutlich der Drittbeste seiner Zeit. (Lewis) Hamilton und Fernando Alonso liegen vor ihm.»
Schweiz Blick aus der Schweiz schreibt: «Vettel, der in den letzten Jahren mit seinen Aktionen oft auch aneckte, hat einfach die Schnauze voll, will seinen heranwachsenden Kindern ein Vorbild sein und die Versprechungen, dass es 2023 besser wird, wenn die eingekauften Ingenieure von Mercedes und Red Bull das Auto schneller machen sollen, waren Vettel zu wenig eine Garantie für den Erfolg.»
Und in der Neuen Zürcher Zeitung kann man lesen: «Der Motorsport verliert einen grossen Sportler – und einen mündigen Athleten. Da ist etwas erloschen. Seit er Red Bull Racing verlassen hat, wo er zu Beginn der 10er-Jahre der erste hausgemachte Champion und damit das Modell für Max Verstappen war, ist er nicht mehr richtig glücklich geworden.»
Italien Aus Italien kommentiert die Gazzetta dello Sport: «Der Tag, an dem ein Fahrer, der vier Formel-1-Weltmeisterschaften gewonnen und sechs Jahre lang für Ferrari gefahren ist, seinen Rücktritt bekannt gibt, kann nur Wehmut hervorrufen. (…) Im Laufe der Zeit hat Vettel auch noch etwas anderes in die Formel 1 gebracht, die er so sehr geliebt hat: die Reife eines Familienvaters, die Sensibilität eines Menschen, der sozialen Fragen schon immer Aufmerksamkeit geschenkt hat, den Mut eines Menschen, der bereit ist, gegen jede Diskriminierung anzukämpfen. (…) Es ist kein Zufall, dass gestern, nach Bekanntgabe seines Rücktritts, die gesamte GP-Welt (und nicht nur die) ausschliesslich schöne Worte für ihn hatte. Es ist schwer, sie nicht zu teilen.»
Spanien Die in Spanien erscheinende Zeitung AS meint: «In Deutschland hat Vettel nie die Begeisterung ausgelöst, die seinem Vorgänger, Kaiser Schumacher, zuteilwurde. Aber er gehört zweifellos zum absoluten Adel der Formel 1. Er fuhr seinerzeit im besten Wagen, das stimmt, und bei zwei seiner WM-Titel (2011 und 2013) hatte er überhaupt keine Konkurrenz. Aber er hat gegen den besten Alonso und gegen Meister wie Hamilton und Button gekämpft.»
Marca ergänzt: «Vettel geht als umstrittener vierfacher Weltmeister. Er verfügt über einen der besten Lebensläufe in der Formel 1, aber er steht unter dem Verdacht, dass er dies einem total dominanten Auto zu verdanken hat (…) Mit Ferrari hatte er 2017 und 2018 einen Sieger-Wagen, aber da hat es ihm an Führungsqualitäten und Wagemut gefehlt. Das ist das, was ihm am meisten vorgeworfen wird: Dass er im Gegensatz zu echten Champions nie besser als sein Fahrzeug war.»
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