Gericht muss über homophobe Aussagen von Jean-Marie Le Pen befinden
Der rechtsextreme Politiker erschien nicht vor Gericht
Ein französisches Gericht behandelt die Klage einer LGBTIQ-Organisation gegen den rechtspopulistischen Politiker Jean-Marie Le Pen. Er wird der Homophobie und des Aufrufs zur Gewalt beschuldigt.
Gestern Mittwoch begann in Frankreich der Prozess gegen den rechtsextremen Politiker Jean-Marie Le Pen. Klage erhebt die LGBTIQ-Organisation Mousse, die ihm homophobe Aussagen und Aufruf zur Gewalt vorwirft.
Le Pen hatte 2017 auf seinem Blog zu mehr Diskretion aufgerufen, nachdem der Partner des erschossenen Polizeioffiziers Xavier Jugele an der staatlichen Trauerfreier offen über seine Liebe gesprochen hatte. «Die Familie hätte man von einem solchen Anlass fernhalten müssen. Die Zeremonie hätte von mehr Diskretion profitiert», schrieb er.
Homosexuelle sind wie das Salz in einer Suppe. Zu wenig und sie schmeckt ein bisschen fade. Zu viel und sie wird ungeniessbar
Zum Verhängnis wird Le Pen eine weitere Aussage, die er 2016 gegenüber der Zeitung «Le Figaro» gemacht hatte. «Homosexuelle sind wie das Salz in einer Suppe. Zu wenig und sie schmeckt ein bisschen fade. Zu viel und sie wird ungeniessbar», soll er gesagt haben.
Dem Sender «France 24» zufolge wird der Prozess wohl in Abwesenheit von Le Pen stattfinden, der Ende September in ein Krankenhaus eingeliefert wurde – gemäss Angehörigen «zur Beobachtung».
Le Pen habe «nichts gegen Homosexuelle», sagten seine Anwälte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP im Februar. «Er besteht lediglich auf sein Recht, seine Meinung zu äussern.» Im April 2017 wurde Le Pen aufgrund von rassistischen und antisemitischen Äusserungen 25-mal rechtskräftig verurteilt.
Le Pen ist der Vater der ehemaligen Präsidentschaftskandidation Marine Le Pen und Gründer der rechtsextremen Partei «Front National». Der heute 90-Jährige war seit der Gründung 1972 bis 2011 Parteivorsitzender, 2015 wurde er wegen «schweren Verfehlungen» aus der Partei ausgeschlossen. Selbst seine Tochter hatte gesagt, dass Le Pen in seiner Partei nicht mehr willkommen wäre, nachdem er die Gaskammern der Nazis als «Detail» der Geschichte bezeichnet hatte.
Unter der Führung von Marine LePen hatte sich die Partei im Juni 2018 in «Rassemblement National» umbenannt. In den letzten Jahren hatte sie sich mehrmals bemüht, das ausländerfeindliche und antisemitische Image ihrer Partei abzulegen.
Das könnte dich auch interessieren
Ukraine
«Fast alle meine Freunde in der Armee sind bereits tot»
3 Jahre Ukraine-Krieg: Wir sprachen mit dem schwulen Veteranen Viktor Pylypenko über die wütende Stimmung im Land und die Aussichten für LGBTIQ-Rechte
Von Kriss Rudolph
Queerfeindlichkeit
Schwul
Reisen
Meta soll queere Firma auf schwarze Liste gesetzt und blockiert haben
Alle Anzeigen des Unternehmens wurden entfernt
Von Newsdesk Staff
Queerfeindlichkeit
News
Soziale Medien
Gesellschaft
International
USA
Feuerwehrkapitänin erstochen – Polizei fahndet nach Ehefrau
Die 53-jährige hatte bereits ihren ersten Ehemann erstochen
Von Newsdesk Staff
News
Lesbisch
Polizei
International
Richtet Russland eine öffentliche LGBTIQ-Datenbank ein?
Darin sollen zukünftig alle Namen für jede*n einsehbar sein
Von Newsdesk Staff
News