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Bischof Huonder fühlt sich „missverstanden“

Ende Juli sprach der Churer Bischof Vitus Huonder in Deutschland über die Themen Ehe und Homosexualität. Einige seiner Aussagen sorgten dabei für grosse Empörung in der Schweiz. In einem Interview sagt er nun, man habe seine Äusserungen falsch interpretiert.

«öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit» nach Artikel 259 des Schweizerischen Strafgesetzbuches.


Bischof rechtfertigt sich

Nach einer ersten Stellungnahme, wonach alles „nicht so gemeint“ gewesen sei,  hat Bischof Huonder die umstrittene Rede erneut verteidigt. Wer seinen Vortrag beim Kongress in Fulda vollständig lese, «kann doch nicht sagen, ich hätte die Todesstrafe gefordert», sagte Huonder in einem Interview mit dem «Blick». Er sei betroffen über die Reaktionen auf seinen Vortrag. Er habe zu einer „sachlichen Diskussion beitragen und niemanden verletzen“ wollen. Das Problem sei, dass eine korrekte Auffassung seiner Worte sehr „viel Fachwissen und Kenntnis des innerkirchlichen Kontextes“ vorausgesetzt habe. Das habe er zu spät realisiert. Insofern sei sein Vortrag „an dieser Stelle nicht durchdacht“ gewesen.

Kein Rückzug der Strafanzeige


Pink Cross hält an der Strafanzeige gegen den Bischof fest. Die Organisation nehme die Stellungnahme zur Kenntnis, heisst es in einer Medienmitteilung. Am „rechtlichen Strafverhalt der Rede in Fulda“ änderten die Erklärungen Huonders aber nichts. Sie seien eine reine Schutzbehauptung, um den öffentlichen Druck abzubauen. «Wenn ich so oft missverstanden würde, wie Vitus Huonder sich missverstanden fühlt, würde ich einen schlechten Job machen», sagt Pink Cross-Geschäftsleiter Bastian Baumann. Die Organisation betont auch, dass sich der Churer Bischof in der Vergangenheit wiederholt abfällig gegenüber Schwulen und Lesben geäussert habe. „Immer wieder ruderte er danach zurück. Die Ernsthaftigkeit seiner Aussage ist deshalb stark anzuzweifeln.“

„Entschuldigung, wenn ich jemanden verletzt habe“

Zur Strafanzeige von Pink Cross wollte sich Vitus Huonder im Blick-Interview nicht äußern. «Unabhängig davon ist mir wichtig, mich bei allen Menschen zu entschuldigen, die sich verletzt gefühlt haben», sagte er. Zugleich bestehe er aber darauf, dass die katholische Kirche ihren Glauben weiterhin unverkürzt vertreten dürfe. Er wolle sich an der kirchlichen Debatte über Homosexualität, Ehe und Scheidung beteiligen. Das Problem sei, dass man dann riskiere, „missverstanden zu werden“.

 

 


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