Magnus-Hirschfeld-Stiftung kündigt Konto bei Deutsche Bank
Grund sei die Verharmlosung von Brasiliens neuem Präsidenten Bolsonaro
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin kündigt ihr Geschäftskonto bei der Deutschen Bank. Grund ist die Verharmlosung des homophoben und rassistischen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro, der am Sonntag die Stichwahl in Brasilien gewonnen hatte.
Die Stiftung zeigt mit ihrem Schritt, wie man auch als Verbraucher reagieren kann, wenn man die Ideologie ablehnt, die ein Unternehmen oder eine Bank vertritt oder für gut befindet bzw. sich nicht von ihr distanziert.
Was war geschehen? In einem Tweet vor der Präsidentschaftswahl hatte die Deutsche Bank den homophoben und rassistischen Kandidaten Jair Bolsonaro als «Wunschkandidaten der Märkte» bezeichnet. Tatsächlich wurde er am Sonntag in der Stichwahl zum Präsidenten Brasiliens gewählt.
Daraufhin kündigte die Stiftung unter Geschäftsführer Jörg Litwinschuh das Konto bei dem Institut. Zur Erklärung hiess es, man investiere nicht in Staaten, deren Regierungen eine homofeindliche Politik betreiben oder sogar Homosexualität bestrafen.
Die Stiftung mit dem Auftrag, der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung entgegenzuwirken, wolle kein Konto bei einer Bank haben, «die rechtsradikale Präsidenten/-Präsidentschaftsbewerber in ihrer Medienarbeit unkritisch auf mögliche Markterfolge reduziert und sie damit verharmlost». «Wunschkandidat» hätte die Deutsche Bank nicht unkommentiert lassen dürfen – sie habe Diversity Standards und eine soziale Verantwortung – auch gegenüber der LGBTIQ-Community, die sie imageträchtig umwirbt. So fährt die Deutsche Bank jedes Jahr bei den grossen Prides in Deutschland mit eigenen Wagen mit.
Das Geldinstitut selber erklärte zu ihrem umstrittenen Tweet, es habe sich lediglich um eine «Auswertung der Markteinschätzung» gehandelt. Die Deutsche Bank unterstütze weder Parteien noch Politiker.
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