LGBTI-Jobs.ch: Wachsende Jobbörse durch Corona ausgebremst
Momentan inserieren über 30 LGBTIQ-freundliche Unternehmen.
Eine virtuelle Jobbörse, in der nur Firmen mit LGBTIQ-inklusiven Arbeitsplätzen Stellen inserieren dürfen – so das Konzept von LGBTI-Jobs.ch. Trotz Corona-Dämpfer zieht Mitgründer Samuel Stalder im Interview mit MANNSCHAFT eine positive Zwischenbilanz.
Mitte Januar startete mit LGBTI-Jobs.ch eine Schweizer Jobbörse, die LGBTIQ-Personen die Stellensuche erleichtern soll (MANNSCHAFT berichtete). Nach einem gelungenen Start wurde das Portal von Corona ausgebremst, da der Arbeitsmarkt massiv einbrach.
Studie zeigt: Jede*r dritte Homosexuelle im Job diskriminiert
Die drei heterosexuellen Cis-Männer, die LGBTI-Jobs.ch ins Leben gerufen haben, blieben während des Lockdowns jedoch nicht untätig. Sie gründeten nämlich im vergangenen März das Start-up «Diversity Job Group» und riefen ausserdem eine weitere Jobbörse ins Leben. Dies berichtet Mitgründer Samuel Stalder im Interview mit MANNSCHAFT.
MANNSCHAFT: Herr Stalder, ist Ihre Plattform seit unserem letzten Bericht im Januar richtig in Fahrt gekommen? Samuel Stalder: Wir waren nach dem Launch mit der Entwicklung in den ersten Monaten sehr zufrieden – bis der Lockdown kam. Das hat uns ziemlich gebremst. Wir haben die Zeit jedoch genutzt und im März mit «Papa-Jobs» ein weiteres Portal in unser Diversity-Jobbörsen-Portfolio aufgenommen. Ausserdem haben wir die Firma Diversity Job Group GmbH gegründet. Damit betreiben wir also mit «LGBTI-Jobs», «Mama-Jobs», «50plus-Jobs» und neu «Papa-Jobs» vier Diversity Jobbörsen. Zusätzlich sind wir wichtige Partnerschaften mit der Universität St. Gallen und dem Swiss LGBTI Label eingegangen.
Im Job als Schwuchtel beschimpft – 27.000 Euro Entschädigung
Wie heftig hat die Corona-Pandemie der LGBTIQ-Jobbörse konkret geschadet? Den Lockdown konnten natürlich auch wir nicht vorausplanen. Gerade als neue Plattform war die Situation enorm schwierig. Wir wissen, dass der Arbeitsmarkt um 25 Prozent eingebrochen ist und dass 75 Prozent der Unternehmen immer noch rekrutieren. Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt und nach vorne schauen. Etwas anderes bleibt uns ja nicht übrig.
Das Portal ist unter dem Strich dennoch stark gewachsen. Wir konnten während der letzten zehn Monate einige neue Unternehmen dazugewinnen. Leider machte uns Corona jedoch bei der Neukundenakquise ein Strich durch die Rechnung. Immerhin haben wir im Moment über 30 Unternehmen, welche mit LGBTI-Jobs an Bord sind. Im Durchschnitt gibt es bei uns 130 publizierte Stellen pro Monat.
Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Wir möchten unsere Portale weiter vorantreiben und die Brücke zwischen Arbeitgebenden und Stellensuchenden in unserer Nische sein. Den Hauptfokus möchten wir weiterhin auf unsere Überzeugungsarbeit legen: Wir wollen Unternehmen von unseren Portalen überzeugen und sie auf unsere Themenbereiche ansprechen. Unser Ziel bleibt weiterhin, dass wir mithelfen wollen, ein Umdenken in die Wege zu leiten.
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