CDU-Politiker fordern Spahn-Kandidatur für Parteivorsitz
Die drei Bewerber Merz, Laschet und Röttgen stünden nicht für einen Neuanfang, sagen die Fans des Gesundheitsministers
Anfang Dezember wird beim 33. Parteitag der CDU ein neuer Vorsitzender gewählt: die Kandidaten sind Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen. Nun werden in der Partei Stimmen laut, die nach Jens Spahn rufen.
Dass sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Wahl stellt, fordert u.a. Olav Gutting, CDU-Vorstandsmitglied und Bundestagsabgeordneter aus Schwetzingen. Dem Spiegel sagte er: «Ich würde mich mit vielen anderen freuen, wenn Jens Spahn zur Wahl stünde.» Das sieht auch der Magdeburger CDU-Mann Tino Sorge so, ebenso wie Michael Hennrich, CDU-Abgeordneter aus Nürtingen, der findet: «Jens Spahn würde gemeinsam mit Markus Söder für einen echten Generationenwechsel stehen.» Söder solle nach diesem Szenario Kanzler werden.
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Das ist insofern spannend, als Spahn aufgrund seiner Homosexualität zu Beginn seiner Karriere in seiner Partei ausgebremst werden sollte. 2001 wollte er im Wahlkreis Borken I im Münsterland für den Bundestag kandidieren. Doch seine Gegner wollten ihn bei der Vorstellungsrunde outen (MANNSCHAFT berichtete).
Knapp 20 Jahre später hat sich das Blatt offenbar gewendet. Auch für den Mannheimer CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel. Die drei Kandidaten seien zwar «respektable und gestandene Persönlichkeiten», aber keiner von ihnen stehe glaubhaft für Aufbruch und Erneuerung. Spahn dagegen habe nach der Kanzlerin die derzeit besten Umfragewerte. Laut Löbel könne das für die Partei «ein Wink mit dem Zaunpfahl» sein, statt den drei Kandidaten einen «Konsenskandidaten» zu küren.
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2018 hatte Spahn schon einmal kandidiert und nur knapp 16 Prozent der Stimmen erhalten. Damals war Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Chefin gewählt worden, die aber im Frühjahr dieses Jahres ihren Rücktritt angekündigt hatte (MANNSCHAFT berichtete).
Spahn unterstützt bislang Armin Laschet, den Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen – dem grössten Bundesland, wo auch der mächtigste CDU-Landesverband sitzt. Laschet aber wolle laut Spiegel von einem Rollentausch mit dem Minister nichts wissen.. Spahn wiederum meint aber: «Wer sich für den CDU-Vorsitz bewirbt, muss den Anspruch haben, Kanzlerkandidat der Union zu werden.» Ob er diesen Anspruch aktuell hat, bleibt aber noch offen.
In der Bevölkerung haben viele Menschen offenbar immer noch Probleme mit der Homosexualität Spahns. Ende August wurde der Bundesgesundheitsminister nach einem Wahlkampfauftritt in Bergisch Gladbach bei dem Versuch, mit aufgebrachten Gegnern der Corona-Massnahmen zu sprechen, angespuckt und beleidigt worden – u.a. als «schwule Sau» (MANNSCHAFT berichtete). Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft (MANNSCHAFT berichtete).
Und auch Friedrich Merz, der im Dezember Parteichef werden will, hat offenbar seine Probleme mit Homosexuellen. Er hatte kürzlich erklärt, die sexuelle Orientierung gehe die Öffentlichkeit nichts an, «solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft. An der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht» (MANNSCHAFT berichtete).
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