Wegen Todesstrafe für Homosexuelle: Clooney ruft zum Brunei-Boykott
Der Oscar-Preisträger nennt neun Luxusherbergen in England, Frankreich, Italien und Kalifornien, die der Brunei Investment Agency gehören
Die im Sultanat Brunei geltenden Regelungen gegen Homosexuelle sollen am 3. April in Kraft treten. Sultan Hassanal Bolkiah (72) will die Todesstrafe mit dem sogenannten «Sharia Penal Code» (SPC) in dem 420.000-Einwohner-Land wieder einführen.
Bisher wurden in Brunei zehn Jahre Haft für gleichgeschlechtlichen Sex verhängt. Die Scharia-Gesetze, die auch die Steinigung von Homosexuellen vorsehen, wurden gegen Mitglieder der LGBTIQ-Community noch nicht angewendet. Das soll sich aber in dem Kleinstaat auf der Insel Borneo, dessen zwei getrennte Landesteile von Malaysia und dem Südchinesischen Meer umgeben sind, jetzt ändern.
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Der US-Schauspieler George Clooney hat deswegen zum Boykott von Luxushotels aufgerufen, die sich im Besitz des herrschenden Sultans befinden. In einer Gastkolumne für das Filmportal Deadline.com listete der Oscar-Preisträger am Donnerstag neun Luxushotels in England, Frankreich, Italien und Kalifornien auf, die der Brunei Investment Agency gehören: The Dorchester, London 45 Park Lane, London Coworth Park, UK The Beverly Hills Hotel, Beverly Hills Hotel Bel-Air, Los Angeles Le Meurice, Paris Hotel Plaza Athenee, Paris Hotel Eden, Rom Hotel Principe di Savoia, Mailand
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Mit jeder Übernachtung in einem dieser Hotels würde man dazu beitragen, die Ermordung unschuldiger Menschen zu finanzieren, so Clooney. Der Star verwies auf die bevorstehende Verschärfung des Scharia-Strafrechts in dem Sultanat. Wenn Homosexuelle Sex miteinander haben, droht ihnen von kommendem Mittwoch an, dass man sie wie im Mittelalter zu Tode steinigt. Bislang stehen auf homosexuelle Beziehungen bis zu zehn Jahre Haft.
«Bösartig» nannte Amnesty International die Pläne, die auch für Kinder gelten sollen, und forderte den «sofortigen Stopp».
Auch der Staatsminister im Berliner Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), hatte die Einführung der Todesstrafe durch Steinigung kritisiert.
Banken und Unternehmen an den Pranger stellen! Der Sultan sei einer der reichsten Männer der Welt, schreibt Clooney in seinem Beitrag. Mörderische Regime könne man kaum ändern, dafür könne man aber Banken und Unternehmen an den Pranger stellen, die mit ihnen Geschäfte machen. Clooney räumte zugleich ein, dass er selbst unwissentlich – ohne seine «Hausaufgaben» gemacht zu haben – in einigen dieser Luxushotels abgestiegen sei.
Der Oscar-Preisträger verwies auf einen früheren Promi-Boykott im Jahr 2014 mit Unterstützung von Oprah Winfrey und Ellen DeGeneres. Damals hatten Brunei die Strafen für Schwule und Lesben verschärft. Damals seien Veranstaltungen und Empfänge in den betroffenen Hotels in Los Angeles aus Protest abgesagt worden.
Clooney ist und war ein Verfechter der Gleichstellung von Lesben und Schwulen in den USA. Mehrfach befürwortete er die Ehe-Öffnung, bevor der Supreme Court 2015 die Ehe für alle öffnete.
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