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Warum n=n jeden betrifft

Wie das Wissen um n=n deine Lebensqualität verbessern kann

«Ich finde man muss mehr über n=n sprechen!» – Vadim, lebt seit 2010 mit HIV (Bild: ViiV Healthcare, zvg)

Wenn HIV-positive Menschen unter einer erfolgreichen Therapie sind, können sie das HI-Virus selbst beim Sex ohne Kondom nicht übertragen. Trotzdem werden sie nach wie vor stigmatisiert.

Was bedeutet eigentlich n=n?

Wenn Menschen mit HIV eine Therapie erhalten und dadurch erfolgreich «unter der Nachweisgrenze» sind, können Sie das Virus nicht mehr übertragen. In diesem Zusammenhang begegnet man häufig der Abkürzung n=n («nicht nachweisbar = nicht übertragbar») – oder Englisch U=U («Undetectable = Untransmittable»).1,2
Der Begriff der Nachweisgrenze – also der Wert, unter dem das HI-Virus im Blut nicht mehr nachgewiesen werden kann – ist allerdings nicht einheitlich definiert. Das liegt daran, dass sowohl die Messmethoden immer genauer werden als auch unterschiedliche Messgeräte in Verwendung sind. Die Zuverlässigkeit der Messung ist jedoch immer gleich.

Nicht-Übertragbarkeit wissenschaftlich belegt

Zwei grosse wissenschaftliche Studien, die sich mit dem Thema n=n beschäftigen (die sog. PARTNER-Studien), haben das genauer untersucht. Dabei wurden insgesamt mehr als 135.000 Sexualkontakte ohne Kondom ausgewertet, bei denen ein*e Partner*in HIV-positiv und der/die andere HIV-negativ war. Hier wurde bei einer Viruslast (das ist die Menge der HI-Viren im Blut) von < 200 Viruskopien pro Milliliter Blut von einer Nicht-Nachweisbarkeit gesprochen.1,2,3 Die Ergebnisse dieser Studien zeigten, dass es dabei in keinem Fall zu einer Übertragung von HIV kam, wenn der/die HIV-positive Partner*in durch Therapie erfolgreich unter der Nachweisgrenze war.

Als HIV-positiver Mensch kann man also unter einer erfolgreichen Therapie das HI-Virus selbst beim Sex ohne Kondom nicht übertragen. Dieses Wissen ist für alle Menschen wichtig – ganz unabhängig vom eigenen HIV-Status.

Wenn Wissen zunimmt, nimmt Stigmatisierung ab

Als HIV-negativer Mensch zu wissen, dass HIV unter erfolgreicher Therapie nicht mehr übertragbar ist und ein Bewusstsein dafür zu haben, wie das Leben von Menschen mit HIV heutzutage aussieht, kann die unbegründeten Ängste im Umgang mit HIV-positiven Menschen nehmen. Diese beruhen vor allem auf der Furcht, sich im Alltag und beim Sex mit HIV-Positiven anstecken zu können.
Aktuelles Wissen und die kontinuierliche Aufklärung der Gesellschaft – beispielsweise durch Kampagnen wie #HIVERSITY, welche die Vielfalt von HIV-positiven Menschen und deren Leben zeigt – sind essenziell, um überholte Vorstellungen und Stigmatisierung abzubauen.

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Für HIV-positive Menschen führt das Wissen um n=n zu einem gelasseneren Umgang mit der eigenen Sexualität. Denn es verschwinden Zweifel und Ängste, Sexualpartner*innen anstecken zu können, was sich auch vorteilhaft auf die persönliche mentale Gesundheit auswirkt. Und wenn man sexuell und mental gesund ist, steigt auch die eigene Lebensqualität und Zufriedenheit.
Als Mensch mit HIV trägt auch der offene Austausch mit seiner/m Ärzt*in zu mehr Lebensqualität bei. Denn wenn man selbst die eigenen Bedürfnisse und auch deren Veränderung im Arztgespräch thematisiert, kann diese*r die beste Unterstützung leisten. So kann man zum Beispiel gemeinsam die Therapie auswählen, die am besten zum aktuellen Lebensstil passt.

Weitere Informationen zum Leben mit HIV sowie persönliche Geschichten von HIV-positiven Menschen findest du unter LiVLife.de


¹ Eisinger RW, Dieffenbach CW, Fauci AS. HIV Viral Load and Transmissibility of HIV Infection: Undetectable Equals Untransmittable. JAMA. 2019;321(5):451-452

² European AIDS Clinical Society Guidelines. Version 10.1. October 2020. Accessed June 2021. https://www.eacsociety.org/files/guidelines-10.1.finalsept2020.pdf

3 Rodger AJ, Cambiano V, Bruun T et al. Sexual Activity Without Condoms and Risk of HIV Transmission in Serodifferent Couples When the HIV-Positive Partner Is Using Suppressive Antiretroviral Therapy. JAMA 2016, 316(2).


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