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Profis Richarlison und Digne wollen schwule Fussballer unterstützen

«Wir können nicht wie vor 100 Jahren leben»

Richarlison
Richarlison möchte nicht nur als Fussballer in Erinnerung bleiben. (Bild: instagram.com/Richarlison)

Richarlison (de Andrade) und Lucas Digne vom FC Everton sind überzeugt, dass der Profifussball einen offen schwulen Spieler akzeptieren würde.

Der Spitzenfussball ist bereit für einen offen schwulen Spieler. Davon sind die Profifussballer Richarlison und Lucas Digne überzeugt, wie sie auf der offiziellen Website ihres Vereins FC Everton beteuern.

«Wir zelebrierten es, dass wir das einzige Team ohne Lesbe waren»

«Ich glaube nicht, dass es hier oder andernorts ein Problem sein würde», sagte Richarlison. Der 23-jährige Stürmer der Nationalmannschaft Brasiliens sagt, dass die Inklusion auch im Fussball angekommen sei. «Die Welt hat sich stark verändert. Wir können nicht wie vor 100 Jahren leben. Wir sind alle gleich und sollten dementsprechend behandelt werden.»

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Das Statement der beiden Topspieler kam pünktlich zur Pride in Liverpool, die aufgrund der Corona-Pandemie in den virtuellen Raum verschoben wurde. Der FC Everton belegt zurzeit den 11. Platz der britischen Premier League und verfügt mit den Rainbow Toffees über einen LGBTIQ-Fanclub. Bei Everton hatte der deutsche Fussballprofi Thomas Hitzlsperger seine Karriere beendet, bevor er im Ruhestand schliesslich sein öffentliches Coming-out wagte (MANNSCHAFT berichtete).

Ehemaliger Fussballer Thomas Beattie outet sich als schwul

 

Auf Twitter nannte Hitzlsperger die Äusserungen der beiden Profis «ermutigend». Der heutige Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart weiter: «Ich kann mich noch an die Tage erinnern, als meine Teamkollegen sagten, sie würden sich nicht in derselben Umkleidekabine wie ein schwuler Teamkollege umziehen – ganz zu schweigen vom Duschen!»

Auf ein Coming-out würde die Mannschaft «normal reagieren», so auch Lucas Digne. «Wir Spieler sind offen, wir sprechen über alle Themen», sagt der 27-jährige Franzose. «Niemand wäre schockiert, alles wäre okay.»

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Richarlison fügt hinzu, dass die Anti-Rassismus-Bewegung nach dem Tod von George Floyd in den USA auch nicht vor dem Spitzenfussball Halt gemacht habe. Seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Premier League sei jeweils die ganze Mannschaft auf die Knie gegangen.

Der kürzlich verstorbene Basketballspieler Kobe Bryant habe sich stets gegen Rassismus ausgesprochen und ist für Richarlison daher ein Vorbild. «Es kann nicht sein, dass Spieler über nichts anderes als den Sport sprechen dürfen», sagt er. «Kobe Bryant hätte schweigen können. Er hätte aber niemand ausserhalb des Basketballs beeinflusst.»

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Zurzeit gibt es im britischen Profifussball keinen einzigen offen schwulen Spieler. «Wir alle, die in grossen Ligen spielen und in den Medien Sichtbarkeit geniessen, haben eine grosse soziale Verantwortung», sagt Richarlison. «Das muss mehr als leere Worte sein. wir müssen mehr und mehr handeln, um zu helfen und zu versuchen, die Realität der Menschen zu verändern. Ich möchte als jemand in Erinnerung bleiben, der versucht hat, die Dinge in seinem Umfeld zum Besseren zu verändern.»

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