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Reisen mit HIV – geht das problemlos?

Was es beim Reisen für HIV-positive Menschen zu beachten gilt

«Ich liebe es zu verreisen und würde so gerne einmal als Granny Au-pair im Ausland arbeiten. Da hält mich auch HIV nicht davon ab!» – Sarah, lebt seit 1994 mit HIV (Bild: ViiV Healthcare, zvg)

Auch Menschen mit HIV können grundsätzlich überall hin verreisen, ganz egal ob geschäftlich oder für einen Urlaub. Um am Zielort auch eine sorgenfreie Zeit verbringen zu können, sollten sie einigen Punkten besondere Beachtung schenken.

Reisen erweitert den eigenen Horizont
Jede Reise, ob gross oder klein, öffnet den Blick für andere Länder und Kulturen und ist damit eine grosse Bereicherung für unser Leben. So schön eine Reise ist, so aufwendig kann manchmal ihre Planung sein. Wie die meisten Menschen sollten sich auch Menschen mit HIV im Vorfeld eines Urlaubs mit der eigenen Reiseapotheke befassen und genau prüfen, ob noch alles Nötige dabei ist. Aber müssen sie zusätzlich noch auf andere Dinge achten, wenn sie verreisen wollen?
Eine Reise ins europäische Ausland ist in der Regel völlig unproblematisch. Bei Fernreisen dagegen gibt es aus rechtlicher Sicht einige Dinge zu beachten: In manchen Ländern gilt ein generelles Verbot von ungeschütztem Sex für Menschen mit HIV, auch wenn ihre Viruslast dank erfolgreicher Therapie unter der Nachweisgrenze liegt. Es gibt sogar Länder, die HIV-Positiven die Einreise komplett verweigern oder den Aufenthalt nur für eine begrenzte Zeit gestatten. Hier ist es wichtig, sich im Vorfeld gut zu informieren.

Vorbereitung ist das A und O
Um am geplanten Zielort eine sorgenfreie Zeit verbringen zu können, ist es für Menschen mit HIV wichtig, sich im Vorfeld vor allem bezüglich der Mit- und Einnahme der Medikamente gut zu informieren. Damit beispielsweise eine problemlose Einreise ins Zielland mit den HIV-Medikamenten möglich ist, stellen Ärzt*innen häufig eine Bescheinigung aus, dass die mitgeführten Tabletten aufgrund einer chronischen Erkrankung benötigt werden. HIV muss dabei nicht spezifisch benannt werden.
Wenn mit der Reise eine Zeitverschiebung verbunden ist, kann das schon etwas komplizierter sein, denn der Einnahmezeitpunkt der Medikamente sollte möglichst gleichmässig bleiben. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man sich vor Reiseantritt den Einnahmezeitpunkt gemeinsam mit dem/r Ärzt*in ausrechnen.

Was bei der Planung noch wichtig ist
Unabhängig von den Fragen der Mit- und Einnahme der Medikamente gibt es auch eine Reihe von organisatorischen Punkten, die es für HIV-positive Menschen bei der Reiseplanung zu klären gilt. Am Anfang der Planungsphase einer Reise ist es beispielsweise wichtig, mit dem/r Ärzt*in über empfohlene Impfungen für das jeweilige Reiseziel zu sprechen und diese gegebenenfalls auffrischen zu lassen. Ausserdem ist es ratsam sich zu informieren, ob der Abschluss einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung oder Reiseversicherung sinnvoll ist.

Kurz vor Reisebeginn
Bevor es mit der Reise los geht gibt es auch beim Kofferpacken noch ein paar Dinge zu checken: Wichtig ist vor allem eine ausreichende Menge an Tabletten für die gesamte Dauer der Reise sowie zusätzlich noch einen kleinen Puffer einzupacken – falls sich der Aufenthalt ungeplant verlängert. Viele packen ihre Medikamente ins Handgepäck, falls der Koffer mal verloren gehen sollte. Das ist gut mitgedacht, denn es kann sein, dass die Medikamente am Reiseziel nicht ohne Weiteres verfügbar sind und Nachschub vor Ort daher schwer zu besorgen ist.

Sorgenfrei verreisen
Beim Reisen gibt es für HIV-positive Menschen einige Dinge zu beachten, vor allem wenn es um die HIV-Medikamente geht. Wenn man sich dadurch unsicher fühlt, empfiehlt es sich, mit seinem/r Ärzt*in darüber zu sprechen. So kann man gemeinsam eine Lösung dafür finden und auch zukünftig weiter sorgenfrei verreisen.

Weitere Infos sowie persönliche Geschichten zum Leben mit HIV findest du unter livlife.de


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