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Ralf König macht Schluss mit Konrad und Paul

Der Grund: zu viel zu tun

Ralf König
Bilder: Ralf König

Mal eben in einem Facebook-Post Schluss machen – sowas geht eigentlich gar nicht. Aber Ralf König darf das.

Der Lockdown im Frühjahr hat ihn kreativ enorm gepusht. Nach anfänglicher Irritation hatte Ralf König angefangen mit kleinen Comics zum Lockdown, auf Facebook, Instagram und Twitter. Nun ist Schluss mit der täglichen Lieferung. Der Grund ist ein Luxusproblem: zu viel zu tun.

https://www.facebook.com/koenig.ralf/posts/3504070782996132

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Seit März 2020 erfreute Ralf König auf seinen Facebook- und Instagram-Profilen täglich seine vieltausendfache Leserschaft mit Kurzcomics zur Coronakrise. Und in den Kommentarleisten wurde stets gefragt, ob es das alles auch mal als Buch gebe. Kürzlich ist es erschienen: «Vervirte Zeiten».

In seinem Corona-Tagebuch in Comicstripform kommentierte König mit Hilfe seines beliebten Männerpaares die neue Situation. Zu Hause bleiben, Telefonieren und Skypen, was das Zeug hält, plötzlich erinnert man sich an alte Freunde, philosophiert über Sinnkrisen und bedauert, den mürrischen Vater im Seniorenstift nicht besuchen zu dürfen, den man auch vorher nicht besucht hat! Und da das Leben trotz Virus weitergeht, verknallt sich Paul ausgerechnet jetzt in den hinreissenden Filialleiter des nächstgelegenen Supermarkts, den angeblich schönsten Mann Kölns!

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Altersgeilheit – das war eins der Themen bei Konrad und Paul. Oder eben: «Herbst in der Hose». Davon kann auch der Comic-Künstler ein Lied singen, wie er im Sommer im MANNSCHAFT+-Interview erzählte:

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«Ich hol mir dauernd einen runter, um mir zu beweisen, dass da nichts nachlässt, ob ich geil bin oder nicht, egal. Als mein Vater vor 30 Jahren 60 wurde, gestand er mir, dass er ‚untenrum‘ schon lange eingeschlafen wäre, ohne Pornos. Jetzt werde ich 60 und sehe das ähnlich. Aber die Libido will auch gepusht werden, das ist wie beim Sport. Und gelegentlich ein haariger Arsch vor der Nase hilft auch, das ist wie Koks und wirkt dann ein paar Tage nach.»

Mit der täglichen Dosis Konrad und Paul ist nun aber Schluss. «Das tut mir jetzt echt weh, aber ich muss die KONRAD UND PAUL-Serie mit der heutigen Folge beenden», verkündete König an diesem Samstagmorgen. «Seit Mitte März jeden Morgen ein Comic, das Buch «Vervirte Zeiten» ist mit 190 Seiten voll. Aber vor allem liegt bereits der Vertrag fürs nächste Ding auf dem Tisch, das nicht vorab online darf, mit schon drückendem Abgabetermin. Da geht leider nichts nebenher.»

Ihm habe die Serie zuverlässig über den Coronasommer geholfen, und er hätte Konrad und Paul zu gern durch die nun drohende Volkswinterdepression geführt. Aber nun ist es vorbei. Immerhin, Barry Hoden gehe noch einige Folgen weiter.

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