in ,

++ Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ++ Reaktionen auf «OutInChurch» ++

Die LGBTIQ News: kurz, knapp, queer

Klaus Lederer (Die Linke), Berlins Kultursenator, legt zum Gedenken die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am Denkmal im Bezirk Tiergarten Blumen und einen Kranz nieder (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Für den schnellen Überblick: Unsere LGBTIQ-News aus Deutschland ab dem 24. Januar 2022.

++ Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ++

Am 27. Januar 2022 wird der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Anlass ist der 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. An diesem Tag laden die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Lesben- und Schwulenverband zum Gedenken an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten LGBTIQ ein.

Im Rahmen eines stillen Gedenkens findet in Berlin um 12:15 Uhr eine Kranzniederlegung am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen statt. Die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, der Beauftragte der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, Staatssekretär Sven Lehmann, sowie die Bevollmächtige des Landes Berlin beim Bund, Staatssekretärin Ana-Maria Trăsnea, haben ihre Teilnahme angekündigt.


++ LINKE: «AGG muss auch für Kirche gelten» ++

Die Bundessprecher*innen von DIE LINKE.queer, Luca Renner und Daniel Bache, fordern, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in kirchlich getragenen Einrichtungen gelten müsse. «Das wäre eine grosse Erleichterung für Hunderttausende von Beschäftigten. Ständige Angst vor Entlassung, sowie permanente Selbstverleugnung und Versteckspiel machen Menschen Angst und kaputt.»

Doch das kirchliche Arbeitsrecht schwäche Beschäftigte insgesamt, so die Sprecher*innen weiter. «Personal- und Betriebsräte dürfen nicht gebildet werden, die Mitbestimmungs- und Einspruchsrechte des Betriebsverfassungsgesetzgesetzes gelten nicht. Stattdessen gibt es Sonderregelungen, die auch nach Meinung der Gewerkschaft Verdi lediglich ein Vertretungsrecht zweiter Klasse bedeuten.»


Diese Woche haben sich 125 queere Mitarbeitende der katholischen Kirche im Rahmen der Initiative «OutInChurch» geoutet und ein Ende ihrer Diskriminierung am Arbeitsplatz gefordert (MANNSCHAFT berichtete).

++ Carolin Kebekus begeistert von «OutInChurch» ++

Die Komikerin Carolin Kebekus ist begeistert davon, dass sich 125 Beschäftigte der katholischen Kirche öffentlich geoutet haben. «Diese tolle Initiative hat mich so ins Herz getroffen», sagte Kebekus am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Köln. «Wie viele Menschen für die Kirche tätig sind und in ständiger Angst leben müssen, von ihr sanktioniert zu werden, lässt einen erneut fassungslos zurück.»

Die Initiative zeige aber auch, dass es mittlerweile innerkirchliche Institutionen gebe, «die absolut bereit sind für eine Modernisierung, Reformen wollen und dies auch öffentlich kundtun.» Kebekus ist selbst aus der katholischen Kirche ausgetreten, betrachtet sich aber weiterhin als katholisch. Die Kirche ist ein wiederkehrendes Thema in ihren Satire-Shows.

++ Hamburger Erzbischof: Respekt für Outing in der Kirche ++

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat den weit über 100 Mitarbeiter*innen, die sich in der Aktion «OutInChurch» zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen, Respekt bekundet. «Eine Kirche, in der man sich wegen seiner sexuellen Orientierung verstecken muss, kann nach meinem Dafürhalten nicht im Sinne Jesu sein», sagte Heße am Montag in Hamburg laut Mitteilung. «Wir sind stets zur Authentizität und Transparenz aufgerufen vor Gott und selbstverständlich auch voreinander! Davor darf und soll es keine Furcht geben.»

Heße sagte gemäss dpa, er sei gerne zum Dialog bereit und biete den Unterzeichner*innen aus dem Erzbistum Hamburg ein Gespräch an. Dieses Thema werde auch beim Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland behandelt. «Hier beteilige ich mich an der Diskussion. Sie sollte zu einer Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral und auch des kirchlichen Arbeitsrechts führen.»


Konversionstherapie Frankreich Pride Paris

Frankreichs Parlament beschliesst Verbot von «Konversionstherapien»

Afghanistan

Bericht: LGBTIQ in Afghanistan Bedrohungen ausgesetzt