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«Historischer Moment»: Spieler von Leeds United marschieren bei Pride mit

Starkicker aus der englischen Premier League nahmen als «Verbündete» erstmals an einer LGBTIQ-Demo teil

Luke Ayling
Luke Ayling (Mitte) bei der Leeds Pride 2022 (Foto: Twitter / @LUFC)

Dass Spieler Regenbogenbinden aus Solidarität mit der LGBTIQ-Community tragen, kennt man. Dass Arenen als politisches Statement in den entsprechenden Farben angestrahlt werden, ebenfalls (MANNSCHAFT berichtete). Aber dass Fussballvereine oder gar prominente Fussballer aktiv an einem Pride-Marsch teilnehmen, das ist neu. Es geschah am vergangenen Wochenende im nordenglischen Leeds.

Der Verteidiger von Leeds United, Luke Ayling, ist der erste aktive Spieler aus der Premier League, der bei einer Pride-Parade mit auf die Strasse ging, um sich öffentlich für die Rechte von LGBTIQ einzusetzen und das nicht nur in einem Interview als einen Punkt unter vielen ansprach.

Ayling, der von Fans liebevoll «Bill» genannt wird, nahm zusammen mit den beiden ehemaligen Leeds-United-Spielern Jermaine Beckford und Noel Whelan am 7. August an der Leeds Pride teil. Die drei prominenten Fussballer marschierten zusammen mit den Organisator*innen von March Out Together, die die queeren Fans von Leeds United unterstützen.

Luke Ayling
Luke Ayling zusammen mit Jermaine Becks und Noel Whelan bei der Leeds Pride 2022 (Foto: Twitter / @LUFC)

Der Mitbegründer der Organisation, Andrew Tilly, beurteilte die Teilnahme der Starspieler am Marsch als «brillantes Beispiel für die Kraft von Verbündeten». Der Yorkshire Evening Post sagte Tilly: «Da sind 70.000 Menschen auf den Strassen, und die werden Jermaine, Bill und Noel mit uns zusammen sehen – die Botschaft wird bei ihnen ankommen.»


Es war der erste Pride-Marsch in Leeds nach zwei Jahren Corona-Unterbrechung.

Teilnahme strahlt weltweit aus
Der 30-jährige Ayling wird vom Nachrichtenportal Pink News so zitiert: «Ich kriege dauernd abwertendes Verhalten mit, speziell bei Auswärtsspielen. Bei Heimspielen kommt das seltener vor. Aber man muss sich nach wie vor mit Fans auseinandersetzen, die Entwicklungen noch nicht mitgemacht haben, die die meisten anderen schon hinter sich haben.»

Ayling weiter: «Es empowert mich, diese Fans herauszufordern, indem ich ihnen sage: Was ist euer Problem? Denn Jermaine hat kein Problem damit, und Bill hat auch keines.» Wenn Fans meinen sollten, LGBTIQ würden nicht zu ihrem Team passen, dann sollten sie sich ein anderes Team suchen, meint Ayling, denn solche «Werte» seien nicht seine «Werte».


Viele Fans reagierten positiv auf die Pride-Teilnahme der drei Spieler. Ein Fan schrieb auf Twitter: «Ihr unterstützt nicht nur eure lokale Community, sondern das was ihr tut, strahlt weltweit aus.»


Die US-Fussballerin Jaelene Daniels weigerte sich kürzlich aus religiösen Überzeugungen, das Regenbogenoutfit ihres Vereins bei einem Spiel zu tragen, um Unterstützung der LGBTIQ-Community zu demonstrieren (mehr).


Andere spendeten Beifall, dass Leeds United solche Aktionen gezielt vorantreibe. Zur Erinnerung: Leeds United ist als Fussballverein Hauptsponsor der diesjährigen Pride-Parade in Leeds. Marching Out Together bedankte sich beim Club dafür, dass er «als LGBTIQ-Verbündeter» diesen «riesigen Schritt» gemacht hat.

Die Pride-Organisator*innen nennen die Teilnahme der Spieler am Pride «einen grossen Moment für den Fussball».

«Es ist ihnen wichtig: big time»
Andrew Tilly bedankte sich im Gespräch mit der Yorkshire Evening Post explizit beim CEO von Leeds United, Angus Kinnear. Laut Tilly setze sich der Verein nicht für LGBTIQ ein, «um ein paar Punkte auf einer Liste abzuhaken», sondern «es ist ihnen wirklich wichtig». Und zwar «big time».

Kinnear selbst hatte vorab in einen Statement geschrieben: «Die Spieler von Leeds United sowie die Direktion senden gemeinsam ihre besten Wünsche an Marching Out Together und an alle, die etwas mit Leeds Pride zu tun haben. Wir hoffen, dass unsere Fans auch kommen und mitmarschieren werden, oder zuschauen, wie die Parade durch die Stadt zieht. Das ist eine grossartige Gelegenheit, um unsere Unterstützung der LGBTIQ-Community auszudrücken.»

In Deutschland und Österreich ist bislang keine CSD-Teilnahme von prominenten Fussfallern (oder Fussballerinnen) bekannt, der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin wollte kürzlich über LGBTIQ-Spieler*innen gar nicht erst sprechen. Stattdessen stellte Yakin klar: «Die sexuelle Orientierung eines Menschen interessiert mich absolut nicht.» Er kenne persönlich – trotz «Gerüchten» – keine homosexuellen Spieler*innen, sagte Yakin (MANNSCHAFT berichtete).

Man darf gespannt sein, ob das Leeds-United-Beispiel Schule macht und künftig andere Fussballvereine und Spieler*innen inspiriert.

Nachdem der 17-jährige Jake Daniels vom FC Blackpool als zweiter aktiver Fussballprofi seine Homosexualität im Mai 2022 öffentlich gemacht hatte, bekam er vom britischen Thronfolger Prinz William Lob für seinen «Mut».



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