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«Family First»: Ungarn und Serbien gründen Pro-Familie-Netzwerk

Es wurde eine neue «Anti-LGBTIQ-Kooperation» vereinbart

Katalin Novák
Katalin Novák und Aleksandar Vučić bei einer gemeinsamen Pressekonferenz (Foto: Twitter / @KatalinNovakMP)

Ungarns Präsidentin Katalin Novák hat verkündet, dass sie an der Seite von Serbiens Präsident Aleksandar Vučić stehe im Kampf gegen eine angebliche LGBTIQ-Bedrohung der Gesellschaft!

In einem Tweet nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vučić schreibt die ehemalige Familienministerin Ungarns: «Family First!»

Sie unterstreicht dabei, dass sowohl sie als auch ihr Kollege Vučić sich «verpflichtet» fühlten, Familien und die Werte, für die diese stehen, zu «unterstützen». (MANNSCHAFT berichtete über die Ernennung der Orban-Vertrauten zur Präsidentin Ungarns.)

Sie sei eine «persönlich engagierte Unterstützerin der Familie», so Novák. Deshalb habe sie zusammen mit Vučić jetzt ein «Pro-Familie Netzwerk» ins Leben gerufen. (MANNSCHAFT berichtete über Orbans jüngste Hetze gegen Dragqueens.)


«Pro-russische Haltung»
Was das genau bedeutet? Der LGBTIQ-Aktivist Rémy Bonny von Forbidden Colours meint, es sei ein Zeichen für Nováks «pro-russische Haltung», das neue Netzwerk eine «Anti-LGBTIQ-Kooperation».

Die Kooperation sei zudem ein weiterer Meilenstein in der langen Geschichte beider Länder gegen LGBTIQ und gegen demokratische Grundwerte, so Bonny.

Deshalb fordert der Aktivist alle auf, in der kommenden Woche zur Europride nach Belgrad zu gehen, um solch eine Politik und die himmelschreiende Homophobie im Mantel einer vermeintlichen «Rettung» der Institution Familie zu stoppen.


Serbiens Regierung beharrt derweil auf dem Verbot der für den 17. September geplanten Europride.

«Haltet euch von Kindern fern»
Zur Erinnerung: In den letzten Wochen hatten serbische Europride-Gegner*innen mit Plakaten demonstriert, auf denen zu lesen war: «Wir wollen keine Schwulenparade und keine Besetzung durch den Westen» sowie «Haltet euch von Kindern fern». Ausserdem wurden Kreuze, Heiligenbilder und serbische Fahnen zur Schau gestellt (MANNSCHAFT berichtete).

Homosexualität und damit verbunden LGBTIQ-Rechte werden von vielen in Serbien (ebenso wie in Ungarn) als vermeintliches Zeichen des «dekadenten» Westens gesehen, vor denen man das Land schützen müsse, eine Rhetorik, die man von Viktor Orbán genauso wie von Vladimir Putin bestens kennt.

Der CSD-Verein in Belgrad beharrt seinerseits darauf, dass die Europride nicht abgesagt sei. Auch der europäische CSD-Dachverband EPOA erklärte Ende August: «Nur die Organistor*innen können die Veranstaltung absagen.»

MANNSCHAFT berichtete, dass eine Delegation hochrangiger belgischer Politiker*innen zur Europride reist und die friedliche Durchführung des Events an den EU-Beitritt Serbiens gekoppelt sehen will.


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