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Erste Stolper­schwelle würdigt homo­sexuelle NS-Opfer

Neben Stolpersteinen als personenbezogene Erinnerungsorte an die NS-Verfolgung sind Stolperschwellen gruppenbezogene Gedenkorte. In Bochum würdigt nun ein solcher Gedenkort verfolgte Homosexuelle.

Am Freitag morgen versammelten sich am ehemaligen Standort des Bochumer Landgerichtes, wo sich heute das Geschäfts- und Verwaltungszentrum Husemannkarree befindet, zahlreiche Menschen zur Verlegung der bundesweit ersten Stolperschwelle zur Würdigung von Homosexuellen – rund 60 Zentimeter lang, die Oberfläche ist aus Messing.


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Sie liegt dort, wo sich einst das Landgericht befand. Auf der Schwelle steht der Text: «Hier begann für viele Männer der Weg in den Tod».


Neben dem Künstler Gunter Demnig, der die Stolperschwelle persönlich verlegte, kamen der Initiator der Schwelle, Jürgen Wenke, auch zahlreiche Spender, die zur Finanzierung beitragen hatten. Anwesend war auch die LGBTIQ-Gruppe der Bochum-Gelsenkirchener-Strassenbahnen AG, die nicht nur die Regenbogenflagge zeigten, sondern die auch als grösster Einzel-Spender einen Teil der Finanzierung der Schwelle übernommen hatte. Zusätzlich gingen auch Spenden zur Finanzierung der Schwelle aus den Niederlanden, NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein.

Bürgermeisterin Gaby Schäfer (SPD) zitierte in ihrem Wortbeitrag den Anfang eines Briefes, den Hans Scholl, bisexuelles Mitglied der Widerstandsgruppe Weisse Rose, als 19-Jähriger im Jahr 1937 an seine Eltern geschrieben hatte, in dem er ihnen mitteilte, dass der wegen Vergehens nach §175 verhaftet worden sei und das nunmehr die Sache gegen ihn vor Gericht landen würde.

Gewerkschafter*innen, Polizei und Mitglieder zahlreicher Bochumer Organisationen nahmen ebenfalls an der Verlegung teil.


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