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Dr. Gay – Das Coming-out in Krankenhaus und Apotheke ist wichtig

Fragen? Sorgen? Das Expertenteam von «Dr. Gay» ist für dich da

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In gewissen Fällen kann es hilfreich sein, wenn man das medizinische Personal darauf hinweist, dass man zum Beispiel die PrEP nimmt. (Bild: iStockphoto)

Nicht immer erhalten Männer, die Sex mit Männern haben, die richtige medizinische Versorgung. Um das zu verbessern, müssen wir sowohl individuell als auch gemeinsam handeln, schreibt Dr. Gay.

Es kommt vor, dass Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen nicht gut genug informiert oder geschult sind, um die Lebensrealitäten von schwulen oder queeren Männern zu verstehen. Manchmal bestehen Vorurteile, welche die fachliche Arbeit beeinträchtigen können.

Bei einem Beinbruch fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Aber bei der sexuellen oder psychischen Gesundheit oder bei der Pflege umso mehr. Es ist darum wichtig, sich falls nötig dagegen zu wehren und die richtige medizinische Versorgung einzufordern. Dazu braucht es klare Strategien. Hier unsere Tipps:


  • Schütze dich vor Diskriminierung und Gewalt. Wenn das Personal dich nicht ernst nimmt oder sich dir gegenüber diskriminierend verhält, kannst du dich wehren. Oder du kannst einfach gehen. Freundliches Fachpersonen gibt es genug, zum Beispiel in den Checkpoints und anderen Einrichtungen für die Community.
  • Oute dich und informiere über deine sexuelle und geschlechtliche Identität. Die Mehrheit der Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen wollen die bestmögliche Versorgung für dich leisten. Dafür brauchen sie Infos von dir.
  • Informiere dich über Gesundheitsfragen, die dich besonders betreffen, zum Beispiel im Bereich der sexuellen oder psychischen Gesundheit. Es lohnt sich, dabei auch Referenzseiten zu kennen, zum Beispiel die Test-Empfehlungen auf drgay.ch.
  • Fordere ein, dass du die richtige Leistung erhältst. Das ist besonders in Notfällen wichtig, zum Beispiel bei der HIV-Notfallbehandlung mit PEP oder einem gerichtsmedizinischen Gutachten nach einer sexualisierten Gewalterfahrung.
  • Sprich an, wenn du dich bei einer Fachperson nicht wohl fühlst. Bitte darum, von einer anderen Person behandelt zu werden oder in eine andere Abteilung verlegt zu werden.
  • Hol dir Unterstützung, wenn du schlecht behandelt oder diskriminiert wurdest, am besten bei einer Community-Organisation. Auch Fachstellen für sexuelle Gesundheit in deinem Kanton, zum Beispiel Checkpoints, können dich beraten. Diese findest du hier: https://drgay.ch/deine-kontakte

Gemeinsam handeln hilft!

Durch das Engagement für deine Versorgung trägst du auch dazu bei, dass es in Zukunft besser wird. Und du kannst sogar noch mehr tun, zum Beispiel:

  • Mach bei Gesundheitsumfragen mit! Das ist manchmal langweilig oder anstrengend. Aber professionelle Umfragen (z.B. von Dr. Gay, dem Bundesamt für Gesundheit oder anderen Fachleuten) dienen dazu, deine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Sie sind auch eine grosse Hilfe für die Arbeit der Aids-Hilfe Schweiz, z.B. um gute Argumente für eine bessere Versorgung von queeren Menschen zu finden.
  • Teile Erfahrungen, die du mit tollen Ärztinnen oder freundlichen Psychologen gemacht hast. Lokale Community-Organisationen erhalten oft Anfragen nach empfehlenswerten Fachpersonen. Mit deinen Informationen können sie gute Tipps weitergeben.
  • Beschwere dich, wenn eine Behandlung unangemessen oder diskriminierend war, z.B. bei der Gesundheitsdirektion oder einer Spitalleitung. Du kannst bei Community-Organisationen oder der Aids-Hilfe Schweiz nachfragen, wie du vorgehen kannst.

Dein Einsatz für die Community kommt schlussendlich auch deiner eigenen Gesundheit zugute.


Hast du Fragen zu Beziehung, Sex, Drogen oder anderem? Das Expertenteam von «Dr. Gay» ist für dich da. Hier kannst du deine Frage stellen: www.drgay.ch


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