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Der Heaven Club in Zürich schliesst bis auf Weiteres

««Die Rechnung geht schon lange nicht mehr auf»

Heaven Club
Nach dem Lockdown konnte der Heaven Club im Juni wieder öffnen. (Bild: MANNSCHAFT)

Der queere Club Heaven macht vorübergehend zu. Betreiber Marco Uhlig hat «keine Lust auf Experimente» und bezeichnet die neuen Corona-Massnahmen als «sinnfrei». 

Das Heaven in Zürich ist eines der wenigen Clubs der Schweiz, der sich explizit an die LGBTIQ-Community richtet. Wie Betreiber Marco Uhlig gestern via Instagram bekanntgab, bleiben die Clubtüren bis auf Weiteres geschlossen.

«Die Rechnung geht schon lange nicht mehr auf, aber die neuen Regeln sind einfach nur noch sinnfrei und nicht machbar für uns als Club», schreibt er. «Die Herumeierei von unserer Regierung macht es auch nicht einfacher. Es ist keine leichte Zeit und wir hoffen inständig, dass ihr gesund und unbeschadet durch die nächsten Wochen kommt.»

Der Heaven ist nicht der einzige Club, der nicht mehr die Türen öffnet. Auch 80% der 60Zürcher Clubs haben dauerhaft oder bis auf Weiteres geschlossen, wie die Clubs Plaza, Mascotte und Bellevue. Es ist die Kombination der verschiedenen Corona-Massnahmen, die viele Clubbetreibende als nicht gewinnbringend umsetzbar erachten: Pro Raum dürfen sich nicht mehr als 100 Personen aufhalten, im Stehen dürfen keine Getränke mehr konsumiert werden. Um die Maskenpflicht und das Contact Tracing durchzusetzen, müsse mehr Personal aufgefordert werden.


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Beim Heaven kommt erschwerend hinzu, dass der Vermieter keinen Mieterlass gewährt. Noch will Uhlig jedoch nicht aufgeben. «Wir werden kämpfen, aber im Moment fehlt uns das Geld für Experimente», sagt er gegenüber MANNSCHAFT. Er hofft auf Einlenken von Bund und Kanton, wenn es um die finanzielle Unterstützung von Bar- und Clubbetreibenden geht. «Ob wir noch lange durchhalten hängt vor allem davon ab.» Im Ernstfall werde er ein Crowdfunding in Betracht ziehen, sagt er.

Diesen Vorschlag machten auch einige Gäste und Follower*innen auf der Instagram-Seite des Heavens. Viele erklärten sich bereit, für den Erhalt des Clubs zu spenden und drückten in den Kommentaren ihre Solidarität aus. «Das wird so eine Riesenparty, wenn alles vorbei ist. Bis dahin bleibt gesund und wir schaffen das alle zusammen. Danke für deinen grossen Einsatz!», schreibt etwa User @andreas_zrh.

Nach dem Lockdown feierte der Heaven Club am 19. Juni die erste Party (MANNSCHAFT berichtete). Damals lag die Besuchergrenze bei 300 Personen, eine Maskenpflicht gab es nicht. Gedanken über die finanzielle Lage des Clubs hatte sich Uhlig, der auch als Pfleger auf der Intensivstation arbeitet, bereits im März während des Lockdowns gemacht. «Würde das Ganze bis in den Sommer andauern, hätten wir jedoch langsam ernsthafte Probleme», sagte er damals im Interview (MANNSCHAFT berichtete).


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Der Entscheid, das Heaven vorübergehend zu schliessen, war für Uhlig kein einfacher. «Ich konnte den Gedanken reifen lassen», sagt er. «Es kommt nicht schockierend, aber ich bin mega down.»


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