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Dating mit HIV – sag‘ ich’s oder sag‘ ich’s nicht?

Der Gedanke an HIV sollte bei neuen Bekanntschaften weder die Romantik noch den Spass verderben.

Bild: Gilead Sciences GmbH (zVg)

Egal ob frisch verliebt, ein Treffen mit einer Chatbekanntschaft oder ein One-Night-Stand – das erste Date mit einem neuen Partner oder einer neuen Partnerin ist immer aufregend!

Der Gedanke an HIV sollte dabei weder die Romantik noch den Spaß verderben! Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Denn sobald es «ernst wird, ob nun in emotionaler oder sexueller Hinsicht, stellt sich die Frage: Sag‘ ich’s oder sag‘ ich’s nicht? Viele Menschen mit HIV machen sich Sorgen, eine*n neue*n Partner*in oder eine neue Bekanntschaft mit einem HIV-Outing zu vertreiben oder soweit zu verunsichern, dass ein weiteres Date eher unwahrscheinlich wird – von Intimitäten ganz zu schweigen.

Da hilft es natürlich, dass aufgrund moderner Therapien das Risiko einer Ansteckung mit HIV fast auf Null gesenkt werden kann*. Zu einer erfolgreichen HIV-Therapie gehört jedoch nicht nur dieser Aspekt. Ein selbstbestimmtes Leben ohne Einschränkungen zu führen – auch dieser Gedanke hat Raum bei der Entscheidung, welche Behandlung die beste für dich ist. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin offen über deine Bedürfnisse und deine aktuelle Therapie.

Ein Bedürfnis kann beispielsweise eine neue Beziehung sein. Ob und zu welchem Zeitpunkt du deine HIV-Infektion beim Dating thematisierst, liegt bei dir. Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Dafür sind die Reaktionen viel zu individuell. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, worum es beim Date geht: Kennenlernen, Vertrauen aufbauen, Liebe, Sex – unverbindlich oder verbindlich – oder alles zusammen.

Bild: Gilead Sciences GmbH (zVg)

Um ausserdem einen Blick auf die rechtlichen Gegebenheiten zu erhalten, haben wir den Rechtsanwalt Jacob Hösl getroffen und ihn gefragt, ob es in Deutschland Gesetze gibt, die Menschen mit HIV in intimen Situationen ein HIV-Outing vorschreiben. Auf nochvielvor.de kannst du das Interview mit Jacob Hösl lesen.

Eine Rechtsberatung kann dieser Artikel nicht ersetzen. Wer sich umfassend informieren möchte oder ein konkretes Rechtsanliegen hat, sollte sich an eine Beratungsstelle der Deutschen Aidshilfe oder an eine*n auf die Belange von Menschen mit HIV spezialisierten Anwält*in wenden.

*Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche HI-Virussuppression durch eine antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Auf Grundlage (unkontrollierter) Beobachtungsstudien stuft das Robert Koch Institut das Risiko einer sexuellen Übertragung (Viruslast seit ≥6 Monaten unter der Nachweisgrenze) als vergleichbar gering ein wie bei der Verwendung eines Kondoms ohne antiretrovirale Therapie.1 Auch die Deutsche AIDS-Hilfe wertet den Schutz durch Therapie als Safer Sex.2

1https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HIV_AIDS.html
2 https://www.aidshilfe.de/schutz-therapie#acc-175410

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