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Schwarze Kollegin befördert – Lesbische Polizistin klagt

Larissa LaMay behauptet, sie werde diskriminiert, weil sie weiss und lesbisch sei

Police lesbische Polizistin Michigan
Michigan State Police (Symbolbild: Instagram)

Polizistin Larissa LaMay behauptet, man hätte sie bei einer Beförderung übergangen, weil sie weiss und lesbisch sei. Nun klagt sie gegen die Michigan State Police und will 75’000 Dollar Schmerzensgeld.

Die Polizeidienststelle sei «viel zu weiss und viel zu männlich». Diese Aussage des Direktors der Michigan State Police, Joseph Gasper, bei einem Meeting hatte in den vergangenen Monaten drei Klagen von weissen Polizeiangestellten zur Folge. Sie finden die Bemühungen, das vom Direktor etwas flapsig umschriebene Ungleichgewicht bei der Polizei auszugleichen, diskriminierend. Nicht das Geschlecht oder die Hautfarbe, sondern die Leistung solle entscheidend sein. Das sagt auch Larissa LaMay in ihrer Anklage. Die lesbische Polizistin wirft ihren Vorgesetzten jedoch zusätzlich noch Homophobie vor, wie die Detroit News berichtet.

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Homophobe Kommentare
In einer Sitzung am 20. November 2019 habe LaMays Vorgesetzter Keyonn Whitfield mehrfach ausgeführt, wie seltsam es sei, homosexuelle Polizeibeamt*innen zu haben. Diese Kommentare fielen, nachdem ein schwuler Polizist einen Vortrag über die Herausforderungen, die man als LGBTIQ-Polizist*in zu meistern habe, gehalten hatte.

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Die Aussagen seien der lesbischen Polizistin «extrem unangenehm» gewesen, steht in der Anklage. Weiter heisst es im Text, dass monatelang niemand diese homophoben Kommentare meldete – obwohl zehn Sergeants und ein Leutnant anwesend waren.

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75’000 Dollar gefordert
Nebst der homophoben Arbeitsatmosphäre wirft LaMay der Dienststelle auch Rassismus vor. Man habe sie unter anderem wegen ihrer Hautfarbe bei der Beförderung übergangen. Ihre Wunschstelle ging an eine Afroamerikanerin. Diese sei aber schon ermahnt worden, weil sie nicht zur Arbeit erschienen sei und dies durch das Fälschen der Unterlagen vertuschen wollte.

Diese Bevorzugung von Afroamerikaner*innen sei unter Polizeidirektor Joseph Gasper Standard, heisst es in der 11-seitigen Anklage. Wie schon drei ähnliche Klagen zuvor verweist LaMay auf Aussagen Gaspers während eines öffentlichen Meetings vor einem Jahr. Dort kündigte er an, einen Viertel aller künftigen Jobs für Minderheiten zu reservieren. Einen Fünftel aller Stellen wolle er ausserdem mit Frauen besetzen.

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La Mays Anwalt schrieb in einer Mail an die Detroit News, die Polizeidienststelle wolle Diversität mit illegalen Mitteln erreichen. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht und Rasse sei in Michigan seit 1976 verboten. Larissa LaMay fordert nun Schmerzensgeld in der Höhe von 75’000 Dollar.

Diskriminierung am Arbeitsplatz – beim Jahresgehalt von LGBTIQ?

91 Prozent Männer
Die Sprecherin der Michigan State Police teilte mit, dass man es als Pflicht ansehe, weiterhin für alle Angestellten ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem jede Person die gleichen Chancen habe. Keine Entscheidung – etwa in Bezug auf eine Anstellung oder Beförderung – basiere auf Befangenheit oder Diskriminierung.

Die Michigan State Police wurde in der Vergangenheit wiederholt wegen dem hohen Anteil weisser und männlicher Angestellter kritisiert. Von den ziemlich genau 3’000 uniformierten und nicht-uniformierten Beamt*innen sind nur gerade 5 Prozent schwarz. Ausserdem sind 91 Prozent der uniformierten Polizist*innen Männer.

In Deutschland ist in den letzten Jahren vieles unternommen worden, um das Verhältnis zwischen Polizei und LGBTIQ-Community zu verbessern. Aber das Vertrauen in die Behörde, deren Mitarbeiter*innen «Freund und Helfer» sein sollen, ist nicht besonders ausgeprägt. Das zeigte diese Umfrage auf MANNSCHAFT.com.

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