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Bayern-Chef Hainer: Bei Homosexualität im Fussball Vereine gefordert

Beim St. Pauli findet man, der DFB sollte sich bei FIFA und UEFA gegen Homophobie einsetzen

WM in Katar
Bild: iStockphoto

In der Debatte um Homosexualität im Fussball hat der Präsident des FC Bayern München, Herbert Hainer, die Verantwortung der Vereine betont. Es sei nicht ihre Aufgabe, eine Spielerin oder einen Spieler zu ermutigen, ihre und seine sexuelle Orientierung öffentlich zu leben.

Wie Vereinschef Hainer der Rheinischen Post sagte, sei das «eine Entscheidung, die jede und jeder für sich selbst treffen muss, und selbstverständlich werden wir als Verein unsere Sportlerinnen und Sportler dann in ihrer und seiner persönlichen Entscheidung unterstützen.».

Nach seiner Meinung geht das Thema aber über den Sport hinaus. «Wir müssen es in der Gesellschaft hinbekommen, dass ein Klima entsteht, in dem man niemanden ermutigen muss. Dazu möchten auch wir einen Beitrag leisten», sagte Hainer.

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Deswegen arbeite man in allen Altersklassen intensiv an dem Thema, unter anderem auch im Bayern-Campus setze man auf Aufklärung. «Die Frage, wie sich die Gesellschaft, der Fussball verändern muss, damit homosexuelle Menschen sich nicht zu verstecken brauchen, hat eine unserer Pädagoginnen am Campus so beantwortet: ‚Wir müssen die Kinder und Jugendlichen frühzeitig für das Thema sensibilisieren, offene Fragen beantworten, Unsicherheiten nehmen und sehr klar vermitteln, dass ‚Mia San Mia‘ auch ‚Mia San Bunt‘ heisst’», berichtete der Vereinspräsident.

Derweil hat der Präsident vom FC St. Pauli, Oke Göttlich, den Deutschen Fussball-Bund (DFB) aufgefordert, sich auch auf internationaler Ebene für Strafen bei homophobem Verhalten einzusetzen. In einem Video sprach der Chef des Zweitliga-Clubs aus Hamburg dabei konkret die DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters an.

«Ich erhoffe mir auch ganz deutlich von unseren deutschen Vertreterinnen und Vertretern (…) in der UEFA und auch in der FIFA, wo ja auch Neuwahlen anstehen, also von Herrn Koch und Herrn Peters, unbedingt eine Aktion, dass homophobe Äusserungen auch auf Weltverbands- und auch auf europäischer Verbandsebene sanktioniert werden», sagte er.

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Er gab dem ehemaligen Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm recht, der in seinem Buch «Das Spiel» homosexuelle Spieler vor den Gefahren eines Coming-outs noch während der aktiven Karriere gewarnt hatte (MANNSCHAFT berichtete). «Ich möchte, dass diese Debatte endlich zeitgemäß geführt wird, wir über Diversität nicht mehr sprechen müssen in unserer Gesellschaft», sagte Göttlich. Er endet mit den Worten: «Wir sind hier, beim FC St. Pauli, gerne ein sicherer Hafen für Liebende aus aller Welt und aller Couleur.»

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