in

8 Fakten zu 40 Jahre AIDS

In den letzten vier Jahrzehnten wurde viel erreicht

Viel ist passiert, seit 1981 eine mysteriöse Krankheit in die Schlagzeilen kam und vor allem homosexuelle Männer zu befallen schien. Unter erfolgreicher Therapie ist heute ein beschwerdefreies Leben mit HIV möglich.

Forschung und Wissenschaft haben in den letzten 40 Jahren viel erreicht. Auch die Gesellschaft ist gegenüber Menschen mit HIV toleranter geworden. Anlässlich des Welt-AIDS-Tages ziehen wir Bilanz und blicken auch nach vorne.

In der Schweiz gibt es immer weniger Neuansteckungen
Mit 421 neuen HIV-Diagnosen1 wurde 2019 ein historisches Tief erreicht. Zum Vergleich: In den Neunzigerjahren waren es im Durchschnitt 1300 Fälle pro Jahr. Die Aids-Hilfe Schweiz führt den Rückgang auf vermehrtes Testen von besonders exponierten Personengruppen, eine immer früher einsetzende Behandlung sowie auf die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zurück.

Es gibt drei effiziente Möglichkeiten zum Schutz vor HIV
In den Anfängen von HIV und Aids schützte bei sexuellen Kontakten nur das Kondom. Mittlerweile sind zwei weitere Schutzstrategien hinzugekommen: der Schutz durch Therapie2 und die PrEP3. Eine HIV-positive Person unter erfolgreicher Therapie und mit nicht nachweisbarer Virenlast gibt das Virus sexuell nicht weiter. Die Einnahme von Medikamenten zum Schutz vor HIV nennt man PrEP. Wer PrEP nach ärztlicher Empfehlung einnimmt, ist vor HIV geschützt.

HIV ist kein Todesurteil mehr, aber immer noch mit Stigma verbunden
Seit den Achtzigerjahren hat sich viel geändert. HIV hat in der Schweiz an Dramatik verloren, immer weniger Menschen sterben an Aids. Dank Therapien können heute viele Menschen mit HIV ein gutes Leben mit einer normalen Lebenserwartung führen. Doch das Leben mit dem Virus ist nicht immer einfach. Viele Betroffene erleben in ihrem Alltag Ausgrenzung4 und wagen es nicht, über ihre Infektion zu sprechen. Noch immer fühlen sich Menschen mit einer HIV-Diagnose allein.

Ein Leben mit HIV ohne Nebenwirkungen ist möglich
In der HIV-Medizin hat sich sehr viel getan, seit das erste Medikament auf den Markt kam vor über 30 Jahren. Wie alle Medikamente können auch HIV-Medikamente Nebenwirkungen5 mit sich bringen. Nicht jeder wird diese Nebenwirkungen bekommen und nicht im gleichen Masse. Viele Menschen nehmen gar keine Beeinträchtigung wahr – weder äusserlich noch auf das Befinden.

HIV-positive Menschen können ihre HIV-Therapie mitbestimmen
In der Regel empfehlen Ärtz*innen die Form der Therapie. HIV-positive Menschen haben dennoch das Recht mitzuentscheiden6 und das sollten sie auch wahrnehmen. Dafür ist es entscheidend, dass man ehrlich ist und genau sagt, was einem wichtig ist, welche Medikamente sonst noch eingenommen, ob gesundheitliche Beschwerden vorhanden sind, ob Partydrogen konsumiert werden, welchen Lebensstil man hat usw. Je mehr Informationen die Patient*innen teilen, umso besser können die Ärzt*innen auf individuelle Bedürfnisse eingehen.

Unter erfolgreicher Therapie ist die Viruslast nicht nachweisbar
Ziel der HIV-Behandlung ist es in erster Linie, die Viruslast7 zu senken. Unter der Viruslast versteht man die Virusmenge im Blut. Man spricht von «unter der Nachweisgrenze», wenn die Viruslast weniger als 50 HIV-1-RNA-Kopien pro Milliliter Blut beträgt.

Die Spritze ist bald Realität
Statt einer Tablette pro Tag gibt es für Menschen mit HIV bald die Möglichkeit der Spritze als zusätzliche Therapieform8. Ende 2020 gab die EU grünes Licht für zwei Medikamente, die gemeinsam als Depotspritzen verabreicht werden. Es ist die erste langwirksame injizierbare antiretrovirale Therapie.

Der Welt-Aids-Tag als Zeichen der Solidarität
Viele fühlten sich hilflos, als in den Achtzigerjahren Tausende an AIDS starben. Als Zeichen der Hoffnung und der Solidarität nähten Menschen Stofffetzen zu sogenannten Quilts zusammen. Am 1. Dezember 1988 wurden Tausende dieser farbigen Quilts in acht Ländern ausgestellt, um auf AIDS aufmerksam zu machen und Gelder zu sammeln. Seither wird jedes Jahr am 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag 9 begangen.


1 Quelle: https://aids.ch/de/haeufigste-fragen/hiv-aids/zahlen/
2 Quelle: https://aids.ch/de/haeufigste-fragen/schutz-und-risiko/schutz-durch-therapie/
3 Quelle: https://aids.ch/de/haeufigste-fragen/schutz-und-risiko/prep/
4 Quelle: https://aids.ch/de/ueber-uns/geschaeftsstelle/geschichte/
5 Quelle: https://livlife.com/de-de/therapie-verstehen/was-weist-du-zum-therapiebeginn/
6 Quelle: https://livlife.com/de-de/therapie-verstehen/was-weist-du-zum-therapiebeginn/
7 Quelle: https://livlife.com/de-de/therapie-verstehen/was-weist-du-zum-therapiebeginn/
8 Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/eu-zulassung-fuer-zwei-langwirksame-hiv-depotspritzen-122753/
9 Quelle: https://www.aidsmemorial.org/quilt-history

NP-CH-HVU-WCNT-210009/11.21


Adoption

Mexiko erkennt Adoptionsrechte landesweit an

black swan

Jetzt im Kino: Black Swan