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Rabbiner Benny Lau: Das jüdische Gesetz erlaubt Regenbogenfamilien

In den orthodoxen Kreisen Israels sehen das nicht viele so wie er

Benny Lau
Foto: Benny Lau/Facebook

Der namhafte orthodoxe Rabbiner Benny Lau hat erklärt, dass das jüdische Gesetz gleichgeschlechtlichen Paaren nicht verbietet, Familien zu gründen und gemeinsame Kinder zu haben.

Benny Lau veröffentlichte am vergangenen Samstag eine Erklärung zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Paare mit dem Titel: «Es ist nicht gut für den Menschen, allein zu sein: Beziehungen und Familie für die Söhne und Töchter der LGBT-Gemeinschaft.»

In der Erklärung legte er Richtlinien für die Akzeptanz von LGBTIQ im Judentum fest, obwohl er sagte, es handele sich nicht um in Regeln, die in Stein gemeisselte seien, sondern um den Versuch, «den Weg für ein mögliches Leben zu ebnen».

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Er bestand darauf, dass das jüdische Gesetz «Mitgliedern der LGBTIQ-Gemeinschaft nicht verbietet, Kinder zu erziehen und eine Familie zu gründen». (Dies ist für schwule Paare möglich, seit das Oberste Gericht im Februar die Leihmutterschaft auch ihnen öffnete – MANNSCHAFT berichtete).

«Vor 10 Jahren hätte ich nicht akzeptiert, dass du schwul bist»

«Der Wunsch eines jeden Menschen, Leben in die Welt zu bringen, ist eine tiefe und angeborene Natur», fuhr er fort. Niemand könne und dürfe dieses innere Verlangen unterdrücken. Lau fügte hinzu: «Wie ihre Eltern haben die Kinder des Paares nicht gesündigt und unterscheiden sich nicht von allen anderen Kindern. Es muss darauf geachtet werden, dass ihre Würde nicht beeinträchtigt wird.»

Lau erklärte auch, dass Homosexuelle sich nicht gezwungen fühlen sollten, eine Ehe zwischen zwei Geschlechtern einzugehen, und fügte hinzu: «Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, eine Person im Rahmen der geistigen Begleitung anzuweisen, sich vollständig eines Sexuallebens zu enthalten.»

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Der Rabbiner kritisierte auch die Anbieten und Durchführen von Konversionstherapien in seinen Richtlinien und sagte, dass ein Versuch, die sexuelle Orientierung einer Person zu «korrigieren», «psychische Schäden verursachen kann, die verheerend und tödlich sein können». (Dieser Rabbiner soll dagegen Homoheilungen empfohlen haben – MANNSCHAFT berichtete)

Er gab zu, dass «keine akzeptable Lösung» für die Frage der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare mit einem orthodoxen jüdischen religiösen Rahmen gefunden worden sei, merkte jedoch an, dass der Wunsch, der Welt mitzuteilen, dass sich ein Paar für eine eheliche Partnerschaft entschieden haben, ein verständlicher Wunsch ist».

Lau schlug vor, dass für gleichgeschlechtliche Paare sogenannte Verpflichtungszeremonien geschaffen würden, mit denen sich ihre Familien möglicherweise wohler fühlten. Bisher können sich homosexuelle Paare in Israel nicht mal verpartnern, geschweige denn heiraten. Eine Zivil-Ehe gibt es nämlich nicht, auch nicht für Heteros: Eheschliessungen liegen in der Hand der Religionsgemeinschaften.

Laut Times of Israel seien die jetzt veröffentlichen Richtlinien von Bedeutung, weil Lau als Rabbiner eine herausragende Rolle spiele und nur wenige orthodoxe Rabbiner bisher bereit waren, sich für LGBTIQ-Rechte auszusprechen. Wegen seiner fortschrittlichen Positionen zu einer Reihe von Themen, zu denen auch Akzeptanz von LGBTIQ gehört, hat er immer wieder Gemeindemitglieder gegen sich aufgebracht. Als Mitglied des religiösen zionistischen Lagers Israels gehört er einer orthodoxen Bewegung an, die stärker in die israelische Gesellschaft integriert ist als die orthodoxen Haredim.

Scharon Afek wird Israels erster offen schwuler General

Benny Lau ist der Neffe des ehemaligen israelischen Oberrabbiners Israel Meir Lau und der Cousin von David Lau, dem derzeitigen aschkenasischen Oberrabbiner Israels. Sein Bruder lebt laut Times of Israel als offen schwuler Rabbiner in New York.

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