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Kaum Angriffe gegen LGBTIQ im Kanton Freiburg registriert

Seit Anfang dieses Jahres wurden sieben Fälle gemeldet

Trevor Project
Foto: Delia Giandeini/Unsplash

Mit dem Beschluss, Hate Crimes gegenüber LGBTIQ statistisch zu erfassen, übernimmt der Kanton Freiburg eine Vorreiterrolle. Das Parlament hatte im März eine schweizweite Erfassung abgelehnt.

Die Schweiz erfasst Hate Crimes gegenüber LGBTIQ nicht statistisch, obwohl eine solche Auswertung dringend nötig wäre. Denn auch von den bei der LGBTIQ-Helpline gemeldeten Fällen kommen nur die wenigsten zur Anzeige (MANNSCHAFT berichtete).

Happy Herbst! Deck dich mit der neuen MANNSCHAFT ein

Der Ständerat lehnte im März 2020 eine statistische Erfassung von Hassverbrechen gegen Queers ab, nachdem der Nationalrat dem Vorstoss von Alt-Nationalrätin Rosmarie Quadranti zugestimmt hatte (MANNSCHAFT berichtete).

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Am 17. Mai 2019 reichten die LGBTIQ-Verbände von 13 Kantonen unter der Koordination der Dachverbände LOS, Pink Cross und TGNS Motionen ein, um die Einführung einer Statistik über LGBTIQ-feindliche Angriffe und einen zweiten Abschnitt über die Ausbildung von Polizei- und Justizpersonal zu diesen Themen zu beantragen (MANNSCHAFT berichtete).

Darunter auch der Kanton Freiburg, der nun als erster Schweizer Kanton eine solche Statistik führt. Das vorgelegte Mandat erhielt am 18. Dezember breite Unterstützung im Grossen Rat des Kantons. Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft luden den LGBTIQ-Verein Sarigai ein, mit ihnen eine Arbeitsgruppe einzurichten, um beide Teile des Projekts bis Ende 2020 umzusetzen.

Geschlechtseintrag: Nationalrat ermächtigt trans Jugendliche

Seit dem 1. Januar 2020 erfasst die Kantonspolizei bei der Einreichung von Beschwerden Fälle von LGBTIQ-feindlichen Angriffen. Zwischen Januar und August sind sieben Fälle gemeldet worden. «Es ist vielleicht noch zu früh für eine Bilanz», meint Gonzague Bochud, Präsident von Sarigai. Über die sieben Fälle ist noch nichts genaueres bekannt, da die Verfahren noch laufen.

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Sarigai lobt eine gute Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Für den Frühling und Herbst 2021 sind Ausbildungsmodule für die Polizei und die Staatsanwaltschaft geplant, die jetzt in Arbeit sind. Einen LGBTIQ-feindlichen Angriff kann man direkt bei der Polizei melden. Die Vereine wie Sarigai und LAGO können bei Fragen helfen, haben aber wenig Ressourcen.

Es sei wichtig, dass bei Beleidigungen und Angriffen eine Beschwerde eingereicht wird, schreiben die Vereine in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Statistiken dienen als Instrument, mit denen das Ausmass der Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie gemessen werden kann um mit den Behörden später eine Sensibilisierungspolitik zu entwickeln.

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Am 9. Februar 2020 stimmten die Schweizer Bürger*innen zu, die Strafnorm gegen Homo- und Biphobie gesetzlich zu verankern. Dies ist der erste Schritt in einem langen Prozess der Bekämpfung dieser Diskriminierung und zeigt, dass die Mehrheit der Schweizer*innen keine Straffreiheit für solche Verbrechen mehr will (MANNSCHAFT berichtete).

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