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Nestlé und Japan Tobacco erhalten Swiss LGBTI-Label

Erste Vergabe des Swiss LGBTI-Labels in der Romandie

swiss lgbti label
Von links: Nilufer Demirkol (Nestlé), Aleksandar Damchevski (JTI) und Véronique Baulet (Firmenich) sowie Raphaël Hatem vom Businessverein Network. (Bild: Facebook.com/network)

Nach dem Start in der Deutschschweiz konnte das Swiss LGBTI-Label nun erstmals in der Romandie vergeben werden. Ausgezeichnet wurden Nestlé, Japan Tobacco International und Firmenich.

In Genf erhielten die Kozerne Nestlé, Japan Tobacco International und Firmenich am 14. September das Swiss LGBTI-Label. Die Zertifizierung würdigt eine offene und LGBTIQ-inklusive Unternehmenskultur und wurde nun das erste Mal in der französischen Schweiz vergeben. Das Label wurde 2018 lanciert und bereits zwei Mal in der Deutschschweiz ausgehändigt, unter anderem an die Zürcher Kantonalbank, die Insel Gruppe und die Credit Suisse (MANNSCHAFT berichtete).

Raphaël Hatem, Botschafter der Swiss LGBTI-Labels in der Romandie beim schwulen Businessverein Network, bezeichnete Firmenich, Nestlé und Japan Tobacco International als «Vorbilder», um andere Grossunternehmen und KMU in der Schweiz zu ermutigen, den gleichen Weg einzuschlagen.

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Den Vorwurf, das Swiss LGBTI-Label sei für Konzerne eine Gelegenheit zum «Pinkwashing», weist Hatem gegenüber der Tribune de Genève zurück. Firmen, die sich für das Label bewerben, «investieren Zeit – im Durchschnitt etwa 100 Stunden – und Energie für das Wohlbefinden der Mitarbeitenden.»

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Mit Japan Tobacco International ist bei der Labelvergabe ein Konzern dabei, der in der LGBTIQ-Community nicht unumstritten ist. Da die Tabakfirma neben der Rüstungsfirma Ruag International als Sponsoren des Swiss Diversity Awards in Bern auftrat, zog sich die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) vom Anlass zurück (MANNSCHAFT berichtete).

Hinter der Auszeichnung stehen die Businessnetzwerke Network und WyberNet, die das Label mit Unterstützung der Dachverbände Pink Cross, LOS, TGNS und Regenbogenfamilien und im Austausch mit interessierten Firmen entwickelten und 2018 lancierten (MANNSCHAFT berichtete). Orientiert haben sie sich an ähnlichen Auszeichnungen im Ausland, darunter etwa am Label «Stonewall» in Grossbritannien oder «PRIDE175» in Deutschland.

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Ein öffentliches Ranking, wie das beispielsweise die «Human Rights Campaign» in den USA jährlich herausgeben, ist vorerst noch nicht geplant, sagte Andrea Gurtner von WyberNet bei der Gründung des Labels. Ein Ranking mache erst Sinn, wenn das Label etabliert sei. «Die Akquisition von genügend Unternehmen ist unser primäres Ziel», so Gurtner. «Mit dem Swiss LGBTI-Label ausgezeichnete Arbeitgeber, werden wir auf unserer Website kommunizieren.»

Eine Auszeichnung mit dem Swiss LGBTI-Label setzt Eigeninitiative voraus: Firmen, Kleinbetriebe und Organisationen müssen sich für die Auszeichnung bewerben und die getroffenen Massnahmen im LGBTIQ-Bereich offenlegen und beweisen. Interessierte Arbeitgeber*innen können anhand eines Selbsttests auf www.lgbti-label.ch eine erste Einschätzung vornehmen.

Investieren in LGBTIQ-Firmen ist gefragter denn je

Das Beispiel von E.On zeigt jedoch, dass bei der Selbstdeklaration geschummelt werden kann. Das deutsche Unternehmen kam beim ersten «DAX 30 LGBT+ Diversity Index» unter die Top Ten, machte jedoch keine korrekten Angaben bezüglich des Diversity-Statements und des bundesweiten Netzwerks von LGBTIQ-Mitarbeiter*innen (MANNSCHAFT berichtete). Die Uhlala Group, Herausgeberin des LGBTIQ-Rankings, erklärte dazu in einer Stellungnahme, dass man bei der Neuauflage des Indexes 2020 eine Nachweispflicht für die befragten Unternehmen einführen wolle.

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