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Nach Strafanzeige – Katholische Ärzte auf Distanz zur «Homoheilung»

Ulle Schauws (GRÜNE) hatte Anzeige gestellt

Konversionstherapien verbieten
Symbolbild (Foto: AdobeStock)

Offenbar zeigt die Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte ihre Wirkung: Nun distanziert sich die BKÄ von den sogenannten «Konversionsbehandlungen».

«Offensichtlich hat die Strafanzeige vom letzten Freitag Wirkung gezeigt und der Bund Katholischer Ärzte distanziert sich nun von den sogenannten Konversionsbehandlungen, für die sie noch bis zum letzten Wochenende geworben hat», erklärte Ulle Schauws, Sprecherin für Queerpolitik der GRÜNEN-Bundestagsfraktion am Montag.

«Was uns klein halten will, macht uns nur stärker!»

Auf der mittlerweile aktualisierten Webseite  wird dem gesetzlichen Verbot dieser lebensgefährlichen Pseudotherapien vermeintlich nachgekommen. Der BKÄ betont aber, dass sie «nicht schweigen können» und «Strafandrohungen» «die ganze Situation nicht» ändern, da es „viele medizinische Aspekte» gibt, „die in den gesetzlichen und berufsrechtlichen Begründungen NICHT erwähnt worden sind».

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Für Schauws zeige das, «dass der jahrelange Kampf mit dieser Scharlatanerie erste Erfolge zeigt, aber sicher noch nicht zu Ende ist. So lange queeres Leben immer noch verunglimpft und verurteilt wird, liegt es an uns allen, weiterhin für Respekt, Akzeptanz und gleiche Rechte zu kämpfen».

Wir haben mit zwei Männern gesprochen, die sich als junge Menschen «Konversionstherapien» begeben haben. Sie berichten von schwarzem Rauch und Dämonen, der – als Zeichen des Therapieerfolgs – ihre Körper verlassen haben soll (MANNSCHAFT+).

Auf der Homepage der BKÄ, der Vereinigung katholischer Ärzte, hiess es zuvor noch, man zeige «Möglichkeiten zur Behandlung von homosexuellen Störungen und Problemen auf und will dieses Thema aus ärztlich-theologischer Sicht bearbeiten» (MANNSCHAFT berichtete).

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Hierfür bedürfe es einer Zusammenarbeit aller interessierten Fachleute, etwa «innerhalb eines noch zu gründenden ‚Netzwerk Hilfe bei Homosexualität‘.» Die verschiedenen Hilfen und Behandlungsoptionen sollten definiert und öffentlich dargestellt werden.

Vorstoss für Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz

Alle «kompetenten und seriösen Helfer und Therapeuten seien eingeladen, in einem derartigen wissenschaftlichen und sozialen Hilfswerk mitzuwirken». Keinesfalls dürften mögliche Hilfen verschwiegen oder gar gesetzlich unterdrückt werden. «Ja, es gibt Hilfen», hiess es auf der Seite ebenfalls.

Als katholische Ärzte möchte man auch die «Gender-Ideologie» nicht anerkennen, stattdessen trans Menschen anders helfen und in «ihrem Leiden nicht allein lassen».

Zu ihrer Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte hatte Schauws erklärt: Der BKÄ beschreibt Homo- und Bisexualität beispielsweise als «ein psychisches Defizit», oder «eine geistig-körperliche Reifungsstörung» und behauptet, dass medizinische Transitionsprozesse wie Hormonbehandlungen gefährlich sind, «weil sie die Ursachen in Geist und Seele dieser Menschen nicht behandelt».

Neuer Erlass zum dritten Geschlechtseintrag ist Teilerfolg

Kürzlich verglich Victor Madrigal-Borloz erzwungene «Konversionstherapien» mit Foltermethoden. Der UNO-Experte für Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität fordert ein weltweites Verbot (MANNSCHAFT berichtete).

Denn: «Heilungs»versuche an LGBTIQ sind nicht nur wirkungslos, sondern auch extrem schädlich und stürzen die Behandelten oft in Depressionen, die bis zum Suizid führen. Im Frühjahr beging eine bisexuelle Frau in Indien Selbstmord, nachdem ihre Familie sie mehrmals zur einer «Konversionstherapie» gezwungen hatte (MANNSCHAFT berichtete).

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