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Katholische Ärzte wollen «homosexuelle Störungen» heilen

Ulle Schauws (Grüne) hat Strafanzeige gestellt

Bund Katholischer Ärzte
Symbolbild: Pixabay

Ulle Schauws, Sprecherin für Queerpolitik der GRÜNEN-Bundestagfraktion, hat Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte (BKÄ) wegen des Verstosses gegen das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen gestellt.

Auf der Homepage der BKÄ, der Vereinigung katholischer Ärzte, heisst es, man zeige «Möglichkeiten zur Behandlung von homosexuellen Störungen und Problemen auf und will dieses Thema aus ärztlich-theologischer Sicht bearbeiten».

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Hierfür bedürfe es einer Zusammenarbeit aller interessierten Fachleute, etwa «innerhalb eines noch zu gründenden ‚Netzwerk Hilfe bei Homosexualität‘.» Die verschiedenen Hilfen und Behandlungsoptionen sollten definiert und öffentlich dargestellt werden.

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Alle «kompetenten und seriösen Helfer und Therapeuten seien eingeladen, in einem derartigen wissenschaftlichen und sozialen Hilfswerk mitzuwirken». Keinesfalls dürften mögliche Hilfen verschwiegen oder gar gesetzlich unterdrückt werden. «Ja, es gibt Hilfen», heisst es auf der Seite ebenfalls.

Als katholische Ärzte möchte man auch die «Gender-Ideologie» nicht anerkennen, stattdessen trans Menschen anders helfen und in «ihrem Leiden nicht allein lassen».

Zu ihrer Strafanzeige gegen den Bund Katholischer Ärzte erklärt Schauws: «Mit Entsetzen habe ich auf der Webseite des Bundes Katholischer Ärzte entdeckt, dass dieser für Konversionsbehandlungen wirbt.» Der BKÄ beschreibe Homo- und Bisexualität beispielsweise als «ein psychisches Defizit», oder «eine geistig-körperliche Reifungsstörung» und behauptet, dass medizinische Transitionsprozesse wie Hormonbehandlungen gefährlich sind, «weil sie die Ursachen in Geist und Seele dieser Menschen nicht behandelt».

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Es könne nicht sein, dass sich eine Ärzt*innenorganisation für diese lebensgefährlichen Pseudotherapien trotz des gesetzlichen Verbots so offen ausspricht, so Schauws. «Offensichtlich hat das Gesetz nicht genug abgeschreckt. Es ist darum wichtig und vor allem notwendig, gegen diese Scharlatanerie vorzugehen.»

Grossbritannien und Israel planen «Homoheiler»-Verbot

Sie habe darum am heutigen Freitag gegen die Betreiber*innen der Webseite Strafanzeige erstattet und u.a. die Bundesärztekammer um die «Einleitung berufsrechtlicher Schritte gebeten.»

Kürzlich verglich Victor Madrigal-Borloz erzwungene «Konversionstherapien» mit Foltermethoden. Der UNO-Experte für Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität fordert ein weltweites Verbot (MANNSCHAFT berichtete).

Denn: «Heilungs»versuche an LGBTIQ sind nicht nur wirkungslos, sondern auch extrem schädlich und stürzen die Behandelten oft in Depressionen, die bis zum Suizid führen. Im Frühjahr beging eine bisexuelle Frau in Indien Selbstmord, nachdem ihre Familie sie mehrmals zur einer «Konversionstherapie» gezwungen hatte (MANNSCHAFT berichtete).

Transsexuellengesetz wird 40 – Entschädigung gefordert

Der Verband möchte laut Eigenaussage als «christliche Aufbruchs- und Erneuerungsbewegung auf der Grundlage des Evangeliums und der Lehre der katholischen Kirche christliche Werte und katholische Spiritualität in der Ärzteschaft fördern und zu entsprechenden Glaubenszeugnissen ermutigen».

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