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Nach Kuss – Exhibitionismus-Vorwürfe gegen schwulen Koch

Ricardo Aranda aus Paraguay beklagt Diskriminierung durch die Polizei

Paraguay
Foto: Instagram

Ricardo Aranda war mit seinem Freund im Auto, als zwei Polizisten seine Papiere verlangten und ihm Exhibitionismus vorwarfen. Der Medienkoch aus Paraguay macht auf Instagram auf die homophobe Diskriminierung aufmerksam.

Der ehemalige Teilnehmer der Reality-Show «Masterchief Paraguay» und sein Freund seien durch die Polizei in der Hauptstadt Asunción diskriminiert worden, weil sie homosexuell sind. Auf seinem Instagram-Account beschreibt er, was genau vorgefallen war. In einem Video sind auch die Polizisten zu sehen und zu hören.

Demnach habe Aranda am Sonntag, 29. August gemeinsam mit seinem Freund im Auto Tereré getrunken, sich bei geschlossenem Fenster unterhalten und geküsst, als sich dem Auto zwei Beamte der Nationalpolizei näherten und ihre Papiere verlangten.

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«Ich fragte ihn warum und seine Antwort war, weil wir einen Akt des Exhibitionismus vollziehen», schreibt Aranda zum Video auf Instagram. Einige Leute hatten scheinbar den Notruf gerufen mit der Begründung, die beiden Männer würden unzulässige Handlungen an einem öffentlichen Ort durchführen.

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Zur gleichen Zeit habe sich auch ein Mann ohne Hemd in der Umgebung befunden, der vor zwei Minderjährigen stand. Aranda fragte die Beamten nach dem Grund, warum sie sie als Exhibitionisten gelten und ob das, was der Mann ohne Hemd tat, denn auch «unangemessen» sei. Darauf erwiderten sie, dass es nicht angemessen sei, weil sie beide das gleiche Geschlecht haben.

«Damals explodierte ich vor Wut und forderte eine Entschuldigung für uns beide», erklärte Aranda. «Es macht mich traurig und ohnmächtig, das im 21. Jahrhundert durchmachen zu müssen, und dass es so viele homophobe Menschen gibt, mit so viel Hass.» Besonders wenn er von einer Person kommt, die sie eigentlich beschützen sollte.

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Paraguay belegt auf der Liste der sichersten Länder für LGBTIQ-Reisende den 147. Platz und liegt damit noch unter Oman. Laut ILGA geniesst die LGBTIQ-Bevlökerung in Paraguay keinen Schutz – ihre Lebensweise wird aber auch nicht kriminalisiert. Es gibt allerdings gesetzliche Hindernisse bei der Meinungsäusserung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Paraguays Nachbarland Brasilien ist in dieser Hinsicht schon etwas fortschrittlicher. Seit Mai werden schwule und bisexuelle Männer beim Blutspenden nicht mehr diskriminiert. Für sie gelten nun die selben Regelungen wie für Heterosexuelle (MANNSCHAFT berichtete). Auf dem Spartacus Gay Travel Index belegt Brasilien den 49. Platz.

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