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Student in Siegen schwulenfeindlich beleidigt und verletzt

Der Aktivist musste im Krankenhaus behandelt werden

In Siegen, NRW, haben mehrere Jugendliche einen Studenten (22) schwulenfeindlich beleidigt und krankenhausreif geschlagen, berichtet der betroffene Aktivist via Facebook.

Roland Wiegel ist Sprecher bei SCHLAU NRW und Teamer bei SCHLAU Siegen. Das Netzwerk bietet Bildungsveranstaltungen an und kämpft gegen Diskriminierung aufgrund sexueller und geschlechtlicher Identität. Am Freitag wurde er in der Universitätsstadt selber Opfer einer schwulenfeindlichen Angriffs.

«Es gibt Gründe gegen Homophobie zu kämpfen, doch heute gebe ich euch einen weiteren, persönlichen Grund», schrieb er bei Facebook. «Ich wurde heute von einer Gruppe jugendlicher angegriffen und beleidigt. Ich war zwischenzeitlich im Krankenhaus und ein Stück Lippe wurde wieder so befestigt, dass es nach Gesicht aussieht.»

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Es würden kein physische Schäden bleiben, schreibt er. «Was bleibt ist die grausame Erinnerung. Wenn nicht für irgendwen, dann kämpft wenigstens für mich.»

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Das Autonome Referat für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt der Universität Siegen schrieb am Samstag, ebenfalls bei Facebook: «Da die Täter*innen schon zuvor in der Gegend durch rassistische, sexistische und queerfeindliche Äusserungen aufgefallen sind, hoffen wir, sie werden schnell durch die Polizei NRW Siegen-Wittgenstein ermittelt und zur Verantwortung gezogen.»

Die Polizei konnte am Montagmorgen gegenüber MANNSCHAFT zunächst nur bestätigen, dass es gegen 20 Uhr einen Einsatz in der Gegend gegeben habe. Dort sei ein Rettungswagen gerufen worden, es wurde Anzeige wegen Körperverletzung gestellt. Von einem homofeindlichen Hintergrund wusste die Pressestelle zunächst nichts. An diesem Montag soll eine Zeugenbefragung stattfinden, am Mittwoch werde man auch nochmal mit Roland sprechen.

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Polizeisprecher Michael Zell sagte gegenüber MANNSCHAFT, man behandle den Fall prioritär. «Dass jemand aufgrund seiner Sexualität angegriffen oder verletzt wird, geht gar nicht.»

Roland erklärte, es müsse auf den Bodycams der Beamt*innen zu hören sein, dass die ganze Situation durch das Schimpfwort «Schwuchtel» begonnen habe, erklärte der 22-Jährige am Montagmorgen gegenüber MANNSCHAFT. «Am Boden hörte ich das Wort noch mindestens zweimal.»

Roland Wiegel (Foto: privat)

Das Ganze sei 20 Meter vor seiner Wohnung passiert. Aus seiner Küche hänge in Sichtweite eine Regenbogenflagge. Die Jugendlichen seien durch Sexismus und Rassismus zuvor auch anderen Anwohner*innen aufgefallen. Roland, der kommunalpolitisch aktiv ist, habe erst am Tag zuvor eine Rede gegen die AfD gehalten. «Den Angriff nicht politisch einzuschätzen, ist unmöglich», sagt er.

Zum Glück sei nichts gebrochen, seine Lippe wurde mit einigen Stichen genäht. «Schwindel und Kopfweh sind neben Schmerzen immer mal wieder da. Und natürlich die krasse Angst, aus der Küche zum Tatort sehen zu können.»

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Immerhin: Man habe etwa zwei, drei Stunden später bei einer Gruppe Jugendlicher Personalien aufgenommen, als die Polizei wegen Ruhestörung gerufen worden war. Sie könnten eventuell als Täter in Frage kommen, so die Polizei gegenüber MANNSCHAFT.

In Deutschland verbergen immer noch viele Menschen ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität aus Angst vor Benachteiligung oder Gewalt. «Wenn fast die Hälfte der Befragten angeben, sich aus Angst nicht Hand in Hand in der Öffentlichkeit zeigen zu wollen, und mehr als 20 Prozent ihre Identität am Arbeitsplatz geheim halten, dann muss uns das grosse Sorgen bereiten», erklärte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Franke, anlässlich einer Studie der EU-Grundrechteagentur FRA zur Situation von LGBTIQ (MANNSCHAFT berichtete).

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