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Australischer Ex-Labourchef will Aufklärung über Trans verbieten

Das Vorhaben dürfte keine grossen Chancen haben

mark latham trans Australien
(Bild: Facebook.com/Mark Latham's Outsiders)

In New South Wales sollen Schulkinder nichts über trans Menschen und Geschlechtsidentitäten erfahren dürfen. Dies will der Parlamentarier Mark Latham.

Zwischen 2003 und 2005 war Mark Latham Oppositionsführer und Parteivorsitzender der Labour Party in Australien – eine Mitte-Links-Partei. Seither hat er eine ideologische Kehrtwende vollzogen und sitzt nun für One Nation im Parlament des Bundesstaats New South Wales. Die rechtspopulistische Partei ist in Australien für ihre islamophobe und LGBTIQ-feindliche Politik bekannt und will in einem jüngsten Schritt die Aufklärung über Trans-Themen in New South Wales verbieten.

Die Gesetzesänderung ist Teil einer Bildungsreform und will «die Ideologie der Genderfluidität» an Primarschulen verbieten, die Latham gegenüber Sky News als «krank» bezeichnete. Sie sei ein «Glaube», dass es einen Unterschied gebe zwischen dem biologischen Geschlecht und der Geschlechtsidentität, und dass es sich bei Geschlechtsidentität um ein soziales Konstrukt handle, das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun habe. Geht es nach dem neuen Gesetz, dürfen Schulen das Thema Gender nur mit dem biologischen Geschlecht in Verbindung bringen.

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Des Weiteren soll das neue Gesetz Eltern eine Art Vetorecht geben, sollte sich die Schulbildung mit «moralischen und ethischen Normen, politischen und sozialen Werten sowie Anliegen des persönlichen Wohlbefindens und Identität, darunter auch Sexualität und Geschlechtsidentität» auseinandersetzen. Somit könnten Eltern Schulen auf dem rechtlichen Weg beispielsweise daran hindern, Homosexualität im Unterricht zu thematisieren.

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Lathams Unterfangen dürfte nur wenig Chancen haben, da One Nation in der kleinen Kammer von New South Wales nur zwei Sitze inne hat, in der grossen Kammer sogar keinen. In Ländern, in denen rechtspopulistische Parteien einen grösseren Wähleranteil haben, sind transphobe Vorlagen durchaus Realität geworden. Im Mai verabschiedete das Parlament Ungarns ein neues Sammelgesetz, das die Änderung des amtlichen Geschlechts verbietet (MANNSCHAFT berichtete).

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Latham hatte sich bereits gegen die Öffnung der Ehe in Australien eingesetzt, da er verhindern wolle, dass trans Personen sich mit Personen des anderen Geschlechts vermählen dürfen. Zudem sprach er sich bereits mehrmals gegen die rechtliche Anerkennung von trans Menschen aus.

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Im Dezember 2017 öffnete Australien als weltweit 23. Staat die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Vor dem parlamentarischen Beschluss hatten knapp zwei Drittel der Australier*innen in einer nicht bindenden brieflichen Abstimmung ihre Zustimmung gegeben (MANNSCHAFT berichtete). Am 9. Januar 2018 gab sich schliesslich das erste schwule Paar Australiens das Jawort (MANNSCHAFT berichtete).

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