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Schwule Väter erhalten einen eigenen Ratgeber

«Das Regenbogenväterbuch» richtet sich an queere Männer mit dem Wunsch, Vater zu werden

schwule Väter
Ein Ratgeber für schwule Väter (Bild: Jan von Holleben)

Regenbogenfamilien sind schon lange gelebte Realität. Schwule Väter – egal ob alleinstehend oder in einer Beziehung – werden in der Diskussion oft vergessen. Der Ratgeber «Das Regenbogenväterbuch» zeigt ihnen erstmals in Deutsch, wie sie ihre Vaterschaft leben können.

Genaue Zahlen über Regenbogenfamilien in Deutschland gibt es nicht – sie zu ermitteln, ist schwierig, da sie sich auf unterschiedliche Weisen zusammensetzen. Es gibt viele verschiedene Verbindungen von lesbischen, schwulen, heterosexuellen und anderen (werdenden) Eltern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bildeten im Jahr 2016 etwa 95.000 gleichgeschlechtliche Paare einen gemeinsamen Haushalt; hochgerechnet rund 14.000 Kinder lebten in Regenbogenfamilien.

Papi oder Onkel? Auf der Suche nach einem erfüllten Leben

Meist sind ihre Eltern lesbische Mütter, aber auch viele Schwule wollen sich den Traum eines eigenen Kindes erfüllen. Während es für Frauenpaare und alleinstehende Frauen mittlerweile gute Möglichkeiten gibt – hier ergeben sich allerdings rechtliche Herausforderungen (MANNSCHAFT berichtete) –, stehen Männer mit Kinderwunsch oft alleine da.

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Das Regenbogenväterbuch, zu dessen Herausgebern Ulrich Michael Heissig gehört, der Vater eines Sohnes im Grundschulalter ist und bekannt für seine Kultfigur Irmgard Knef, möchte schwulen, bi und trans Männern helfen, ihre Vaterschaft zu planen und positiv zu erleben. Der Ratgeber richtet sich dabei an werdende Väter genauso wie an Männer, die sich bereits in einer Regenbogenkonstellation befinden.

Schwule Väter und diverser Nachwuchs
Das Buch soll kein politisches Manifest sein, Herausgeber und Autor*innen verfolgen damit keine politische Agenda, heisst im Vorwort. Dennoch sei es politisch, «weil das, was Regenbogeneltern hier erzählen, den gesellschaftlichen Blick auf Familie in Deutschland ändern wird». Dabei gehe es aber nicht um Genderpolitik und Rollenmodelle sondern darum, «seinen Nachwuchs in Konstellationen grosszuziehen, die im wahrsten Sinne des Wortes divers sind».

Das Buch führt durch alle Aspekte vom Wunsch ein Kind zu haben, über die Phase der Schwangerschaft bis hin zum Alltag mit dem Kind und eventuell entstehenden Konflikten. Väter erzählen dabei ihre eigenen und ganz unterschiedlichen Geschichten mit allen Herausforderungen aus ihrer Perspektive.

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Da es nicht die Regenbogenfamilie gibt, sondern ganz viele Konstellationen möglich sind, berichten die Väter von ihren persönlichen und intimen Erfahrungen und zeigen damit auf, wie divers Familie sein kann. Am Schluss des Buches zeigt der Ratgeber die rechtliche Situation in Deutschland auf und gibt weiterführende Literatur, Filme und Adressen für Beratungsmöglichkeiten an.

«Hätte als schwuler Junge nie gedacht, dass ich mal Vater bin»

 

Unter anderem wird das Netzwerk «Initiative für lesbische und schwule Eltern» (ILSE) für Deutschland und das Regenbogenfamilenzentrum in Wien für Beratung in Österreich angegeben. In der Schweiz kann der Dachverband Regenbogenfamilie kontaktiert werden.

Das Buch ist in gut sortierten Buchhandlungen erhältlich. Diese haben mit der Coronakrise einen noch schwereren Stand als sowieso (MANNSCHAFT berichtete). In der Schweiz kann man beispielsweise Queerbooks, in Berlin die Buchhandlung Prinz Eisenherz oder in Wien den Erlkönig unterstützen.

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