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Klein, aber stolz: QueerBienne veranstaltet Pride in Biel

Auch ans nächste Jahr wird im Orga-Team schon gedacht

Biel
Pride in Biel, anno 2019 (Foto: Queer Bienne)

Der Verein QueerBienne durfte am Samstag unter strengen Auflagen eine kleine Pride in der Stadt Biel durchführen.

«Homosexuelle werden in der Schweiz nicht gesteinigt – jedoch diskriminiert, geschlagen und gesetzlich benachteiligt», heisst es in der Bekanntmachung von QueerBienne. Im Gegensatz zu anderen Ländern in Europa sei man in der Schweiz weiter. Am Ziel aber noch lange nicht.

Nach homophobem Mobbing – der Weg aus der Krise

Für die LGBTIQ-Community waren die Pride Märsche immer das wichtigste Sprachrohr. In diesem Jahr fielen sie jedoch weltweit aus oder fanden im deutlich kleineren Rahmen statt. Die Hamburger Community stieg aufs Rad (MANNSCHAFT berichtete), dafür gab es in Berlin eine extra Pride im Stadtteil Marzahn (MANNSCHAFT berichtete).

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Auch der Verein QueerBienne durfte am Samstag mit strengen Auflagen einePride in der Stadt Biel durchführen. Sieben Vereine standen ab 13 Uhr bereit, in reduzierter Personenanzahl mitzulaufen, zu singen, zu tanzen und in Gedenken an die abgesagten Prides für LGBTIQ-Menschenrechte einzustehen. Insgesamt Menschen nahmen teil, mit Mundschutz und Abstand.

Zum Abschluss des Marsches wurde der Antrag für die Pride Biel/Bienne 2021 bei der Stadt eingereicht – in der Hoffnung, dass im kommenden Jahr die Parade wieder regulär ablaufen kann.

Biel
Pride in Biel anno 2020 (Foto: Christina Kipshoven)

Der Verein QueerBienne wurde 2019 in Biel gegründet, um einen Platz anzubieten, wo queere Menschen sein können, wie sie sind – ohne dass sie sich verstecken oder verstellen müssen. Im Gemeinderat der Stadt Biel zeigte man sich unlängst besorgt über die anhaltende Diskriminierung von LGBTIQ und will verschiedene Massnahmen ergreifen (MANNSCHAFT berichtete).

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«Juni und Juli sind jeweils die wichtigsten Monate, im Kampf für Gleichberechtigung», so David Meyer von QueerBienne und Mitinitiant der Bieler Pride Bewegung 2021. «In diesen Monaten demonstrieren tausende Menschen rund um den Erdball. Die Corona Krise führte dazu, dass wichtige Anlässe im 2020 abgesagt oder verschoben wurden.»

Mit der neuen MANNSCHAFT durch den Sommer

«Wichtiger denn je, sich für Randgruppen einzusetzen. Nicht nur die LGBTIQ-Community muss auf viel verzichten. So zeigt sich, dass Rassismus stets noch einen wichtigen Platz in der Bevölkerung einnimmt», sagt Rafael Meier, Vereinspräsident QueerBienne. Daher hat sich der Verein entschieden, im 2021 eine Pride Biel/Bienne durchzuführen. Motto: #OneFamily. Damit soll unterstrichen werden, dass die Community Rassismus und Gewalt in keiner Form toleriert. Das Motto unterstreiche auch, dass die Gleichstellung im Ehe- und Familienrecht überfällig sei.

Der Pride Marsch verbinde die deutsch- und französischsprechende Schweiz. Ein zusammentreffen beider Mentalitäten. Ein Zeichen, dass Homosexuelle die Sprachbarrieren überwinden und als erweiterte Familie nicht klein beigeben. So wird an dieser bilinguen Pride, alles in den Bieler Stadtsprachen gehalten.

«Deutsch und Französisch soll ebenfalls an unsere grossen und wichtigen bereits bestehenden Prides erinnern. Eine Brücke der Sprachen, der Liebe und der gleichen Ziele» sagt QueerBienne Medienverantwortlicher, Alessandro Wenger.

Weniger Last, mehr Tage wie diese

Biel war einst die Heimat der deutschen AfD-Fraktionschefin Alice Weidel. Dort lebte sie mit ihrer Lebensgefährtin und zwei Söhnen. Dann zogen sie weg, nachdem es Lichterketten und eine Unterschriftensammlung gab mit der Forderung, ihre Familie «privat zu ächten» – allerdings nicht nach Berlin, was kurz kolportiert wurde (MANNSCHAFT berichtete). Einschneidend sei für die Politiker gewesen, als sie und die Söhne einmal von Kindern umkreist worden seien, die «Scheiss-Weidel» oder «Scheiss-Nazi» gerufen hätten.

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