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Schwuler Bürgermeister Alex Morse will in den US-Kongress

Er will sich dafür einsetzen, dass Religionsgemeinschaften niemanden ob der sexuellen oder geschlechtlichen Identität feuern dürfen

Alex Morse
Foto: Alex Morse/Facebook

Alex Morse wurde mit 22 der jüngste offen schwule Bürgermeister der USA – in Holyoke im US-Bundesstaat Massachusetts. Damals studierte er noch. Jetzt ist er 31 und kandidiert für den Kongress.

Als 22-Jähriger wurde Alex Morse zum Bürgermeister der 40.000-Einwohner*innen-Stadt Holyoke, Massachusetts, gewählt – damals war er erfolgreich gegen den Amtsinhaber angetreten, der mehr als dreimal so alt war wie er selbst.

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All dies tut er als offen schwuler Mann. Der erste Mensch, vor dem ich mich geoutet habe, war meine Mutter. Sie sagte: «Alex, du bist mein Sohn. Ich liebe dich, egal was ist», schreibt Morse auf seiner Homepage. Als Schüler gründete er eine Gay/Straight Alliance, bei der Heteros und Homos zusammenarbeiten, und organisierte eine Schüler*innenversammlung zum Thema LGBTIQ.

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Nun tritt er im Alter von 31 gegen den US-Vertreter Richard Neal an, um den 1. Kongressbezirk von Massachusetts im Kongress zu vertreten – die Vorwahl findet am 1. September statt. Die Themen von Alex Morse: Gesundheitsversorgung für alle, die Legalisierung von Abtreibungen und von Marihuana. Im Bereich LGBTIQ will er sich dafür einsetzen, dass Religionsgemeinschaft niemanden ob der sexuellen oder geschlechtlichen Identität feuern und dass trans Menschen zum Militär dürfen. Unter Trump wurden etliche trans Rechte zurückgefahren (MANNSCHAFT berichtete).

Auch die Corona-Pandemie treibt ihn um. Insgesamt sind in den USA über vier Millionen Infektionen registriert worden, über 144.000 Menschen sind infolge des Virus gestorben. In den vergangen zwei Wochen haben die zuständigen Behörden bis zu 77.000 Neuinfektionen gemeldet – pro Tag.  Aufgrund der hohen Infektionszahlen in Florida hat Präsident Trump sogar den in Jacksonville geplanten Parteitag der Republikaner abgesagt. Er müsse das «amerikanische Volk beschützen», sagte er – eine sehr späte Einsicht.

Morse sagt, das Coronavirus habe «bestehende Unterschiede und Ungleichheiten in der amerikanischen Gesellschaft offengelegt. «Die Pandemie und wie sie sich in vielerlei Hinsicht manifestiert und auf unsere Gemeinden auswirkt, zeigt nur, warum ich überhaupt für den Kongress kandidiere», sagte Morse gegenüber der Jewish Telegraphic Agency. Übrigens: Es zieht derzeit so viele LGBTIQ-Kandidat*innen in den US-Kongress wie nie – MANNSCHAFT berichtete).

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In seiner Freizeit spielt der Politiker Tennis, macht Yoga und schaut gerne Sendungen wie Queer Eye. Und was, wenn es mit dem Kongress nicht klappen sollte? «Dann backe ich vielleicht einfach wieder mehr», so Morse.

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