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Grossbritannien und Israel planen «Homoheiler»-Verbot

In Jerusalem wurd bereits an diesem Mittwoch abgestimmt

Konversionstherapien verbieten
Symbolbild (Foto: AdobeStock)

Der britische Premier Boris Johnson will die «absolut abscheulichen» Praktiken verbieten, die darauf abzielen, die sexuelle Identität einer Person zu ändern. UPDATE: In Israel wurde bereits an diesem Mittwoch über ein entsprechendes Gesetz abgestimmt werden.

Am Mittwochnachmittag verabschiedete die Knesset das von der Oppositionspartei Meretz  eingebrachte Gesetz zum Verbot der Therapien in einer vorläufigen Lesung mit 42 zu 36 Stimmen – eine Reihe von Regierungsmitgliedern stimmte mit der Opposition. Das löste eine Koalitionskrise aus.

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Das Gesetz soll Psycholog*innen das Durchführen von «Konversionstherapien» verbietet. Wie die Jerusalem Post berichtet, bestand zuvor Unsicherheit darüber, wer zustimmen könnte. Die Initiative kam von der oppositionellen Meretz-Partei. Ähnliche Versuche, diese schädlichen Therapien in Israel zu verbieten, sind in der Vergangenheit gescheitert.

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Nun aber stimmte eine Mehrheit, inklusive Regierungsmitgliedern, in erster Lesung für das Verbot. Der offen schwule Abgeordnete Etai Pinkas aus Tel Aviv begrüsste das Ergebnis.

Im vergangenen Jahr hatte der israelische Bildungsminister Rafi Peretz erklärt, er sei von der Wirksamkeit von «Konversionstherapien» an Homosexuellen überzeugt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte umgehend und wies die Aussagen seines Ministers als «inakzeptabel» zurück.

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Premierminister Johnson sagte nach einem BBC-Bericht zu, dass die Regierung eine Studie über «Konversionstherapien durchführen werde, bevor Pläne zum Verbot vorgelegt würden. Vor mittlerweile zwei Jahren hatte seine Vorgängerin Theresa May versprochen, im Rahmen ihres LGBTIQ-Aktionsplans Vorschläge zum Verbot dieser Therapien in Grossbritannien vorzulegen.

Dieser Aktionsplan stützte sich auf die Ergebnisse einer landesweiten LGBTIQ-Umfrage unter mehr als 108.000 Personen, bei der festgestellt wurde, dass 2% der Befragten eine solche Therapie durchlaufen hätten, um «geheilt» zu werden; weiteren 5% wurde sie nahegelegt.

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Bei einem Besuch in einer Schule in Kent am Montag beschrieb Johnson die «Konversionstherapie» an Homosexuellen als «absolut abscheulich» und sagte, sie habe «keinen Platz in einer zivilisierten Gesellschaft, keinen Platz in diesem Land».

Während sich Johnson in seiner Ankündigung auf Therapien bezieht, die an Homosexuellen durchgeführt werden, wies die trans Organisation Gendered Intelligence daraufhin, dass ein Verbot auch «Heilungs»versuche an trans Menschen beinhalten sollte.

Malta hat sie bereits vor über drei Jahren verboten (MANNSCHAFT berichtete); auch Deutschland beschloss im Frühjahr ein Verbot der Therapien an minderjährigen LGBTIQ (MANNSCHAFT berichtete).

In Schottland läuft derzeit schon eine Petition zum Verbot von Konversionstherapien.

Kürzlich verglich Victor Madrigal-Borloz erzwungene «Konversionstherapien» mit Foltermethoden. Der UNO-Experte für Gewalt und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität fordert ein weltweites Verbot (MANNSCHAFT berichtete).

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«Heilungs»versuche an LGBTIQ sind nicht nur wirkungslos, sondern auch extrem schädlich und stürzen die Behandelten oft in Depressionen, die bis zum Suizid führen. Im Frühjahr beging eine junge bisexuelle Frau in Indien Selbstmord, nachdem ihre Familie sie mehrmals zur einer «Konversionstherapie gezwungen hatte (MANNSCHAFT berichtete).

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