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In Gabun dürfen Homosexuelle einander wieder lieben

Erst 2019 war Sex zwischen Männern bzw. zwischen Frauen als illegal erklärt worden

Homosexualität erklären
Foto: AdobeStock

In Gabun wird Homosexualität entkriminalisiert. Damit ist das Land eines der wenigen in Afrika, das ein Verbot gleichgeschlechtlicher Beziehungen aufhebt.

Erst 2019 war Sex zwischen Männern bzw. zwischen Frauen verboten worden; es drohte bis zu sechs Monaten Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 7.600 Euro. Noch weit über 70 Länder kriminalisieren Homosexualität (MANNSCHAFT berichtete).

 

Die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Human Dignity Trust erklärte, Gabun habe einen äusserst willkommenen Schritt vollzogen: «Gabun schliesst sich jetzt afrikanischen Staaten wie den Seychellen, Angola, Mosambik und Botswana an, die beschlossen haben, ihre Gesetzesbücher von archaischen Bestimmungen zu befreien, die Diskriminierung, Gewalt und Belästigung von LGBTIQ-Menschen ermöglichen», so Victoria Vasey.

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Einige Politiker*innen und religiöse Vertreter*innen hatten vor der Abstimmung am Montag ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht. Die katholische Erzdiözese in der Hauptstadt Libreville forderte die Senator*innen auf, mit Nein zu stimmen. Zwei Drittel der Menschen in dem zentralafrikannischen Land sind Christ*innen.

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Einen Teil des Gesetzes wieder umzukehren, hat das Land gespalten und eine intensive Debatte in den Sozialen Medien in der zentralafrikanischen Nation ausgelöst, wo Homosexualität immer noch allgemein als Tabu angesehen wird.

«Gabun ist eines der wenigen afrikanischen Länder, das die UN-Konvention zur Legalisierung von Homosexualität unterzeichnet hat», ist auf der Homepage des Auswärtigen Amtes in Berlin nachzulesen. «Offen vorgetragene Bekenntnisse zur Homosexualität werden von grossen Teilen der Bevölkerung […] nicht verstanden und als Verstoss gegen die guten Sitten gewertet.»

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Die Regierung erklärte zunächst nicht, warum sie beschlossen hat, das Gesetz zu überarbeiten. Es gewann letzte Woche die Unterstützung des Unterhauses. Im Senat wurde es «mit einer grossen Mehrheit von 59 Stimmen angenommen», sagte Jessye Ella Ekogha, Sprecherin der gabunischen Präsidentschaft, gegenüber Reuters.

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Es muss nun vom seit 2009 regierenden Präsidenten Ali-Ben Bongo Ondimba ratifiziert werden. Dessen Gattin Sylvia hatte sich für die Gesetzesvorlage ausgesprochen und erklärt, dass die Fähigkeit, frei zu lieben, ohne verurteilt zu werden, ein grundlegendes Menschenrecht ist.

In Afrika geht Uganda am unerbittlichsten gegen LGBTIQ vor. Unlängst waren rund 20 Menschen inhaftiert worden – angeblich wegen Nichteinhaltung der Corona-Richtlinien (MANNSCHAFT berichtete).

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