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Back in Heaven – Schweizer Clubs öffnen wieder

Das queere Tanzlokal öffnete am Donnerstagabend wieder seine Türen

Heaven
Bild: MANNSCHAFT

Am Donnerstag fand im Heaven die erste Party seit drei Monaten statt. Die Richtlinien sind ungewohnt, der Stimmung tun sie aber keinen Abbruch. MANNSCHAFT war dabei.

Der Bundesrat hat beschossen, dass Veranstaltungen in der Schweiz mit bis zu 300 Personen ab 6. Juni wieder erlaubt sind. Mit einigen Einschränkungen dürfen Clubs und Bars somit wieder öffnen. Unter Menschen zu sein und zu tanzen schien ein grosses Bedürfnis zu sein. Die Veranstaltung im queeren Lokal Heaven am Donnerstag war ausverkauft, für die beiden Partys am Freitag und Samstag sind nur noch wenige Tickets übrig.

Universitätsspital Zürich bekennt sich zu Diversity

Damit die Corona-Richtlinien eingehalten werden können, müssen beim Ticket Vorverkauf Vor- und Nachname sowie die Handynummer angegeben werden. «Wenn jemand, der heute da ist, krank wird, müssen alle 299 anderen Gäste 14 Tage in Quarantäne. Mit diesem Risiko leben wir», sagt Geschäftsführer Marco Uhlig. Der gelernte Pflegefachmann hat während der kritischen Phase im Universitätsspital Zürich gearbeitet (MANNSCHAFT berichtete).

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Anders als sonst können die Partygänger*innen zurzeit nur bis um Mitternacht feiern. Ab dann gilt die Sperrstunde. Das ist zwar für alle ungewohnt, hat aber auch seine Vorteile findet Sven: «Einige müssen morgen wieder arbeiten und können so auch mal unter der Woche weggehen». Der 24-Jährige ist ein regelmässiger Gast im Heaven. Einen grossen Unterschied zu vor der Pandemie kann er nicht feststellen. «Die Leute sind da, sie haben Spass und es ist eine sehr gute Stimmung.» Seine Cousine Noemi ergänzt: «Ich denke sie sind froh, dass sie nach so langer Zeit wiedermal raus gehen können».

Der 24-jährige Marcel ist für die Wiedereröffnung sogar aus Deutschland angereist. «Mein Kollege hat die Karten schon vor einer Woche gebucht, damit wir auch sicher hier rein können.» Er ist das erste Mal im Heaven, könnte sich aber vorstellen, öfter von Konstanz nach Zürich zu kommen, so lange Feiern in Deutschland noch nicht möglich ist. «Die Stimmung ist bombastisch, ich kann es allen nur empfehlen.»

Auch Anna Rosenwasser, Co-Präsidentin der Lesbenorganisation Schweiz konnte ihren Tanzdrang endlich wieder ausleben. «Ich komme herein und bin voller Liebe. Es ist ein Zurückkommen in die Community», beschreibt sie die erste Party nach dem Lockdown.

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DJ Vicky Goldfinger und DJ Zör Gollin sorgten an dem Abend für ausgelassene Stimmung. In einer kurzen Ansprache erinnerte Vicky Goldfinger daran, dass dieses Wochenende die Pride stattgefunden hätte, welche aber abgesagt werden musste. Mit der Wiedereröffnung des Heaven kam jedoch trotzdem etwas Pride-Stimmung auf.

In Deutschland müssen sich Tanzwütige noch gedulden. Bis mindestens 31. August sind alle Grossveranstaltungen untersagt, ein genaues Datum, wann die Partys wieder losgehen können, gibt es nicht. In Berlin möchte der Kultursenator Klaus Lederer das Hilfsprogramm für Kulturbetriebe, zu denen auch Clubs gezählt werden, ausbauen. Denn gerade kleinere Betriebe sind von der Corona-Krise stark betroffen.

Sarah Hijazi

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