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Denkmal für im Nationalsozialismus verfolgte Homosexuelle beschädigt

Ein früherer Täter, der mehrfach zugeschlagen hat, wurde indes gefasst

verfolgte Homosexuelle
Denkmal für die verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten (Foto: Kriss Rudolph)

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin am Sonntag wurde erneut beschädigt.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde von einem bislang Unbekannten im Tiergarten beschädigt. Ermittlungen zufolge soll sich ein Fahrradfahrer am Sonntagmorgen kurz vor 8 Uhr zwei Glasflaschen aus einem Mülleimer genommen, gegen das Denkmal geworfen und es damit beschädigt haben.

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Der Tatverdächtige entfernte sich anschliessend auf seinem Fahrrad in unbekannte Richtung. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt die Ermittlungen.

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Seit Ende 2019 wird das Denkmal videoüberwacht. Am 6. November wurde die Kamera installiert (MANNSCHAFT berichtete), den letzen Vandalismus-Vorfall gab es am 10. November 2019 in der Zeit von 19.40 Uhr bis 20.30 Uhr. Damals wurde die Scheibe beschmiert. Die Stiftung stellte Anzeige bei der Polizei, die Schmiererei wurde entfernt. Es bestand keine Verbindung zur Kamera, da zu diesem Zeitpunkt die Internetverbindung noch nicht 100-prozentig funktioniert hat.

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Danach sei zunächst keine neue Beschmierung festgestellt worden, teilte uns die Stiftung Denkmal mit. Ob man das auf die vorhandene Videokamera zurückführt, dazu wollte sich die Sprecherin der Stiftung nicht äussern.

Zwischen dem 9. Juni und dem 8. September 2019 kam es zu sieben Sachbeschädigungen, bei denen der bislang unbekannte Tatverdächtige die Sichtscheibe des Denkmals in der Ebertstrasse mit schwarzer Farbe besprüht haben soll (MANNSCHAFT berichtete). Inzwischen wurde er gefasst.

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Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht in einer Videoüberwachung kein geeignetes Mittel gegen die wiederholten Beschädigungen des Denkmals am Magnus-Hirschfeld-Ufer. «Weder verhindern Kameras solche Angriffe, noch ändern sie die dahinterstehende Geisteshaltung», so Lederer im vergangenen Jahr gegenüber MANNSCHAFT. Auch dieses Denkmal wird immer wieder von Vandal*innen beschmiert oder zerstört (MANNSCHAFT berichtete).

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