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Frankfurt (Oder) will im Sommer ersten CSD veranstalten

Der Termin steht noch nicht fest

Hate Crimes an LGBTIQ
Foto: AdobeStock

Während fast überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz die CSDs abgesagt wurden, könnte Frankfurt (Oder) diesen Sommer die erste Pride überhaupt erleben.

Es gibt sie immer wieder, die CSD-Premieren. So fand im vergangenen Jahr der erste CSD Niederbayern statt. 2000 Teilnehmer*innen zogen im September durch Landshut. In Neubrandenburg, wo seit über 20 Jahren alljährlich die Regenbogenfahne gehisst wird, wurde die Pride im letzten Jahr  erstmals mit einer Parade begangen. Ebenso erlebte Falkensee in Brandenburg 2019 seine Pride-Premiere (MANNSCHAFT berichtete). Dass ausgerechnet im Corona-Jahr 2020 neue CSD-Veranstaltungen geplant werden, macht Hoffnung.

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Nun also Frankfurt (Oder) in Brandenburg. Vieles ist noch offen – der genaue Termin, die Route, falls es eine Parade gibt. Vielleicht läuft es auf eine Kundgebung hinaus. Vor allem wolle sie mit dem Christopher Street Day Mut machen, sagt Mitorganisatorin Sylvia Thies dem RBB. Die lesbische Aktivistin hatte nach dem Mauerfall im Jahr 1989 die erste schwul-lesbische Gruppe in Frankfurt (Oder) mitgegründet, den Club GL.

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Für die erste schwul-lesbische Parade in der 57.000-Einwohner-Stadt an der polnischen Grenze wünscht sich Thies viel Unterstützung – auch von Heteros. Die sollten gerne zu 80 Prozent mitlaufen, sagt sie dem RBB. «Ich will mich nicht ausgrenzen. Mein Ziel ist eigentlich, dass viele Heteros sagen: ‚Es ist mir egal, wie du lebst. Hauptsache, du bist glücklich‘.»

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Aufgerufen hatten die Vielfaltsgestalter Frankfurt. Das von der Robert-Bosch-Stiftung finanzierte Projekt besteht aus Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur zusammenbringen, die Vielfalt vor Ort nicht nur thematisieren, sondern gemeinsam konstruktiv gestalten wollen.

Mitorganisiert wird der CSD auch von Isa Ihle. Sie leitet in Frankfurt (Oder) das Quartiersmanagement für die Innenstadt, und sie freut sich, dass im Bündnis für den CSD unterschiedliche Generationen zusammenkommen. «Bei unserem allerersten Treffen meinte Sylvia in der Vorstellungsrunde, dass sie das letzte Mal 1992 in Frankfurt über einen CSD nachgedacht haben», sagt Ihle – im Jahr 1992 ist sie geboren. «Das kann doch nicht sein, dass in der ganzen Zeit nichts passiert ist.»

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Im 100 Kilometer entfernten Berlin soll in diesem Jahr immerhin eine Demo stattfinden (MANNSCHAFT berichtete). Der junge LGBTIQ-Aktivist Nasser El Ahmad lädt am 27. Juni zur Pride ein. Die könnte grösser ausfallen als bisher geplant. Denn Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat angekündigt, dass Demonstrationen ab dem 4. Juni voraussichtlich wieder ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl möglich sein sollen.

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