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Zwei Männer homofeindlich beleidigt und geschlagen

Gegen einen 22-Jährigen wird wegen des Verdachts der Körperverletzung und Beleidigung ermittelt

Hassgewalt in Berlin

In Berlin-Charlottenburg soll in der Nacht zum Donnerstag ein 22-Jähriger zwei Männer homofeindlich beleidigt und einen von ihnen geschlagen haben.

Die beiden 28 und 38 Jahre alten Männer gaben gegenüber der Polizei an, gegen 3.20 Uhr am Steinplatz in Richtung Hardenbergplatz unterwegs gewesen zu sein, wo sich der Bahnhof Zoologischer Garten befindet. Plötzlich seien sie unvermittelt aus einer Gruppe von zwei jungen Männern und zwei jungen Frauen angesprochen und homophob beleidigt worden.

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Ein Mann aus der Gruppe war ihnen dann gefolgt und hatte den 38-Jährigen zweimal ins Gesicht geschlagen, sodass dieser zu Boden ging. Alarmierte Polizisten konnten wenig später in der Nähe einen 22-Jährigen festhalten, auf den die Beschreibung zutraf. Der Mann, der von ihm geschlagen worden war, musste von Rettungskräften der Feuerwehr vor Ort behandelt werden.

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Gegen den Schläger, der im Anschluss an die polizeilichen Massnahmen wieder entlassen wurde, wird nun wegen des Verdachts der Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

559 Fälle mit homo- und transphobem Hintergrund wurden 2019 in Berlin erfasst. Damit hat sich die Anzahl der erfassten Fälle gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel (32%) bzw. 177 Fälle erhöht (MANNSCHAFT berichtete). In keinem Jahr zuvor wurden so viele Fälle von Gewalt gegen LGBTIQ in der Hauptstadt erfasst wie in 2019, wie MANEO, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, berichtet.

Zu den Bezirken, in denen LGBTIQ-feindliche Übergriffe am häufigsten vorkommen, zählten laut MANEO die Regionen Schöneberg, Neukölln und Mitte.

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Aus den zahlreichen Eingängen konnte MANEO 559 Fälle mit homo- und transfeindlichem Hintergrund auswerten. «Das Dunkelfeld ist weiter hoch. Neben der guten Nachricht, dass viele den Weg zur Polizei gefunden und Anzeige erstattet haben, bleibt es weiter eine grosse Herausforderung für unsere Stadt, die Botschaften eindeutig zu kommunizieren, dass Hass und Gewalt gegen LGBTIQ nicht akzeptiert wird, dass die Solidarität den Opfern gehört und Uneinsichtige mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen müssen», so MANEO-Leiter Bastian Finke.

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